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Weltwirtschaft im Abschwung : Expansive Politik eignet sich nur für Krisen

Die Konjunktur läuft schwächer – in einer echten Krise steckt die Wirtschaft aber nicht. Bild: dpa

Finanzpolitik und Geldpolitik können der Wirtschaft aus echten Krisen helfen – wenn eine ernste Rezession droht. Um kleine Schwankungen auszugleichen, sind sie ungeeignet.

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          Die Weltwirtschaft befindet sich nach Einschätzung des Internationalen Währungsfonds in einem Abschwung. Dafür spricht ein nachlassendes Wirtschaftswachstum in Amerika, Europa, China und in Indien. Die Weltwirtschaft befindet sich aber nicht in Gefahr, in eine ernste Rezession zu fallen.

          Gleichwohl fordert der ökonomische Zeitgeist, auch einen Konjunkturdämpfer mit einer aggressiven Politik zu bekämpfen, die neben der Geldpolitik, deren Wirkungskraft bei sehr niedrigen Zinsen aber nur noch begrenzt ist, auch die Finanzpolitik einschließt. Daher stand auf der Jahrestagung von Währungsfonds und Weltbank vor allem die Bundesregierung in der Kritik. Denn Deutschland verfügte zweifellos über den Spielraum, seine staatliche Neuverschuldung kräftig zu erhöhen.

          Man glaubt sich in die Zeit vor einem halben Jahrhundert zurückversetzt, als Ökonomen und Politiker schon einmal die Überzeugung vertraten, die Konjunktur ließe sich durch den Einsatz von Geld- und Finanzpolitik feinsteuern. Die Idee war von amerikanischen Ostküsten-Universitäten über den Atlantik geschwappt und hatte sich in Deutschland im Konzept der Globalsteuerung manifestiert, die sich mit dem Namen des Wirtschafts- und Finanzministers Karl Schiller verband, hinter den Kulissen aber vor allem von dem Ökonomen Herbert Giersch entwickelt worden war.

          Das Konzept der Feinsteuerung ist damals gescheitert, weil Geld- und Finanzpolitik manchmal gar nicht wirken. Und wenn, dann mit langen und variablen Zeitverzögerungen – zur Steuerung moderater Konjunkturschwankungen eignen sie sich nicht. Nach der großen Finanzkrise vor zehn Jahren, in der es angesichts dramatischer Verwerfungen gute Gründe für eine aktive Politik gab, sind nun Versuche zu besichtigen, mit großen Beträgen kleine Wirkungen zu erzielen.

          So hat die Europäische Zentralbank für mehr als zwei Billionen Euro Anleihen gekauft und damit die Inflationsrate geringfügig angeschoben. Nach dem Prinzip der großen Zahlen handelt auch Donald Trump, der zur Stabilisierung der Konjunktur die amerikanische Staatsverschuldung um gut eine Billion Dollar im Jahr steigen lässt und zudem Negativzinsen und Anleihekäufe von der Zentralbank fordert.

          So wird wirtschaftspolitischer Handlungsspielraum mit allenfalls kleinen Resultaten verpulvert. Expansive Politik eignet sich nur für Krisen.

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