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FAZ Plus Artikel Weltweite Ölströme : Die Achillesferse des Westens

Nach den Angriffen auf zwei Öltanker blickt die ganze Welt gebannt auf die Straße von Hormus. Bild: Reuters

Die Anschläge auf Öltanker lenken den Blick auf eine alte Frage: Wie verletzlich ist der Westen durch seine Abhängigkeit vom Öl? Zeit für einen Blick auf die globalen Ölströme.

          Brennende Tankschiffe vor der Küste Irans beschwören alte Ängste herauf: Noch ist nicht eindeutig klar, warum ein norwegischer und ein deutscher Tanker am Donnerstag im Golf von Oman in Brand gerieten. Doch in der Region sind in den vergangenen Wochen schon vier weitere Tanker attackiert worden. Die Sorge, dass dahinter eine Eskalation des Konflikts zwischen den Vereinigten Staaten und Iran steckt, werden immer größer. Die Investoren an den Ölmärkten reagierten prompt: Um stolze 4,5 Prozent stieg der Ölpreis am Donnerstag auf zeitweise 62,64 Dollar je Barrel (Fass zu 159 Liter). Dass dieses Preisniveau am Freitag nicht gehalten wurde und der Preis wieder etwas nachgab, dürfte keineswegs alle Sorgen ausgeräumt haben.

          Christian Siedenbiedel

          Redakteur in der Wirtschaft.

          Die Anschläge lenken den Blick auch auf die Frage, wie verletzlich der Westen durch seine Abhängigkeit vom Öl ist. Schließlich grenzt der Golf von Oman an die Straße von Hormus, eine der wichtigsten Tankerrouten für Öl auf der Welt. Wenn die nicht mehr ohne weiteres befahrbar wäre, würde es vermutlich eng. Etwa 30 Prozent des mit Tankern in alle Welt transportierten Öls müssen hier entlang, immerhin rund 17 Prozent der gesamten auf der Welt geförderten Ölmenge. „Der kräftige Ölpreisanstieg als unmittelbare Reaktion auf die aktuellen Anschläge ist daher nachvollziehbar“, meint Cyrus de la Rubia, Chefvolkswirt der Hamburg Commercial Bank.

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          Hauptrouten der Öltanker

          Transportrouten

          Tägliche Transportmenge von Rohöl an den

          Engpässen der Welt (in Millionen Barrel)*

          Kattegat/Skagerrak

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          Straße von

          Hormus

          Suez-Kanal

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          Panama-Kanal

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          Bab-el-Mandab

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          Straße von

          Malakka

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          Kap der Guten Hoffnung

          6

          *) 1 Barrel: rund 159 Liter, Stand 2016. **) Stand Mai 2019.

          Die Bedeutung der Straße von Hormus

          für die Ölversorgung

          Ölförderung der Golfstaaten

          in Millionen Barrel am Tag**

          Öltransport

          durch die Straße

          von Hormus

          19,0

          entspricht 1 Million Barrel

          2,3

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          Iran

          Irak

          rund 30%

          aller maritimen

          Öltransporte

          2,7

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          Afrika,

          Europa

          Qatar

          V.A.E.

          Zwei Öl-Pipelines umgehen die Straße von Hormus

          Petroline (East-West Pipeline)

          Abu-Dhabi-Pipeline

          Gesamtkapazität

          1,5

          5,0

          Quelle: Bloomberg, EIA/F.A.Z.-Karte Sieber/Brocker

          Hauptrouten der Öltanker

          Transportrouten

          Tägliche Transportmenge von Rohöl

          an den Engpässen der Welt (in Millionen Barrel)*

          Kattegat/Skagerrak

          3

          Bosporus

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          Straße von Hormus

          Suez-Kanal

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          Die Bedeutung der Straße von Hormus

          für die Ölversorgung

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          Öltransport

          durch die Straße

          von Hormus

          Ölförderung der Golfstaaten

          in Millionen Barrel am Tag**

          19,0

          entspricht 1 Million Barrel

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          Zwei Öl-Pipelines umgehen die Straße von Hormus

          Petroline (East-West Pipeline)

          Abu-Dhabi-Pipeline

          *) 1 Barrel: rund 159 Liter, Stand 2016. **) Stand Mai 2019.

          Gesamtkapazität

          1,5

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          Quelle: Bloomberg, EIA/F.A.Z.-Karte Sieber/Brocker

          Hauptrouten der Öltanker

          Transportrouten

          Tägliche Transportmenge von Rohöl

          an den Engpässen der Welt (in Millionen Barrel)*

          Kattegat/Skagerrak

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          Bosporus

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          für die Ölversorgung

          Panama-Kanal

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          Straße von Malakka

          Ölförderung der Golfstaaten

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          entspricht 1 Million Barrel

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          Iran

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          rund 30%

          aller maritimen

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          Zwei Öl-Pipelines umgehen die Straße von Hormus

          Petroline (East-West Pipeline)

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          Gesamtkapazität

          1,5

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          *) 1 Barrel: rund 159 Liter, Stand 2016. 2) Stand Mai 2019.

          Quelle: Bloomberg, EIA/F.A.Z.-Karte Sieber/Brocker

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          Attackierter Tanker aus Hamburg bereedert

          Die Ereignisse rund um die Attacken auf zwei Tanker im Golf von Oman werden in Hamburg aufmerksam verfolgt. Denn für eines der Schiffe, die „Kokuka Courageous“ gibt es eine geschäftliche Verbindung in die Hansestadt. Der rund 170 Meter lange und 27 Meter breite Chemikalientanker, der mit Methanol beladen ist, wird von Bernhard Schulte Shipmanagement (BSM) bereedert, einer Tochtergesellschaft der Schulte Group mit Sitz an den Landungsbrücken.
          Er war am Donnerstag im Golf von Oman unterwegs, als es 14 Seemeilen vor der Küste Irans zu den Zwischenfällen kam. Zunächst war die Crew mit einem Leichtverletzten evakuiert worden. Am Freitag war sie auf das Schiff zurückgekehrt und steuerte den Frachter unter Begleitung von Schlepperschiffen nach Kohr Fakkan in den Vereinigten Arabischen Emiraten.

          Der Frachter habe einen Schaden an der Außenwand der Steuerbordseite, Ladung oder Treibstoff seien aber nicht ausgetreten. Auch bestehe keine Gefahr, dass das Schiff sinke, sagte ein Sprecher von BSM. Das Unternehmen ist eine der größten deutschen Bereederungsgesellschaften und steuert eine Flotte von etwa 600 Frachtern. In der Regel gehören diese Schiffe anderen Eignern, die den operativen Betrieb an BSM auslagern.

          So auch im Fall der „Kokuka Courageous“, die im Besitz der japanischen Schifffahrtsgesellschaft Kokuka Sangyo ist. Deren Chef Yutaka Katada sagte am Freitag, das Schiff sei nach Angaben von Besatzungsmitgliedern von einem „fliegenden Objekt“ getroffen worden. Das amerikanische Militär hingegen veröffentlichte ein Video, das auf den Einsatz von Haftminen hindeutete und die iranischen Revolutionsgarden belasten sollte.

          Der Verband Deutscher Reeder reagierte empört auf die Angriffe. „Die zivile Schifffahrt, insbesondere unschuldige Seeleute, derart feige und brutal zu attackieren, ist verantwortungslos“, sagte der Präsident des Verbands, Alfred Hartmann. BSM teilte mit, die Situation im Golf von Oman weiter aktiv zu überwachen und über alle weiteren Schritt informieren zu wollen. Die Muttergesellschaft Schulte Group hat ihren Ursprung im Jahr 1955, als der Unternehmer Bernhard Schulte eine eigene Reederei in Hamburg aufbaute. Heute beschäftigt die Gruppe nach eigenen Angaben 18.000 Seeleute und 1700 Mitarbeiter an Land.

          Von Christian Müßgens