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Weltweite Ölströme : Die Achillesferse des Westens

Nach den Angriffen auf zwei Öltanker blickt die ganze Welt gebannt auf die Straße von Hormus. Bild: Reuters

Die Anschläge auf Öltanker lenken den Blick auf eine alte Frage: Wie verletzlich ist der Westen durch seine Abhängigkeit vom Öl? Zeit für einen Blick auf die globalen Ölströme.

          3 Min.

          Brennende Tankschiffe vor der Küste Irans beschwören alte Ängste herauf: Noch ist nicht eindeutig klar, warum ein norwegischer und ein deutscher Tanker am Donnerstag im Golf von Oman in Brand gerieten. Doch in der Region sind in den vergangenen Wochen schon vier weitere Tanker attackiert worden. Die Sorge, dass dahinter eine Eskalation des Konflikts zwischen den Vereinigten Staaten und Iran steckt, werden immer größer. Die Investoren an den Ölmärkten reagierten prompt: Um stolze 4,5 Prozent stieg der Ölpreis am Donnerstag auf zeitweise 62,64 Dollar je Barrel (Fass zu 159 Liter). Dass dieses Preisniveau am Freitag nicht gehalten wurde und der Preis wieder etwas nachgab, dürfte keineswegs alle Sorgen ausgeräumt haben.

          Christian Siedenbiedel

          Redakteur in der Wirtschaft.

          Die Anschläge lenken den Blick auch auf die Frage, wie verletzlich der Westen durch seine Abhängigkeit vom Öl ist. Schließlich grenzt der Golf von Oman an die Straße von Hormus, eine der wichtigsten Tankerrouten für Öl auf der Welt. Wenn die nicht mehr ohne weiteres befahrbar wäre, würde es vermutlich eng. Etwa 30 Prozent des mit Tankern in alle Welt transportierten Öls müssen hier entlang, immerhin rund 17 Prozent der gesamten auf der Welt geförderten Ölmenge. „Der kräftige Ölpreisanstieg als unmittelbare Reaktion auf die aktuellen Anschläge ist daher nachvollziehbar“, meint Cyrus de la Rubia, Chefvolkswirt der Hamburg Commercial Bank.

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