https://www.faz.net/-gqe-92vgd

Weltbevölkerungsbericht : Arme Mädchen bekommen dreimal so viele Kinder wie reiche

  • Aktualisiert am

Vor allem in Afrika wächst die Bevölkerung rasant. Bild: JALLANZ/EPA-EFE/REX/Shutterstock

Die Weltbevölkerung wächst und wächst – vor allem in Afrika. Entwicklungsminister Gerd Müller spricht von einer „Zeitbombe“. Deutschland müsse Verantwortung übernehmen.

          1 Min.

          In Entwicklungsländern werden jedes Jahr etwa 89 Millionen Frauen und Mädchen ungewollt schwanger. Die Zahl der Abtreibungen schätzen die Experten in diesen Staaten auf 48 Millionen pro Jahr. Wie der Weltbevölkerungsbericht 2017 weiter feststellt, bekommen arme Mädchen dreimal so viele Kinder wie reiche. Bundesentwicklungsminister Gerd Müller (CSU) sagte am Dienstag bei der Vorstellung des Berichts des Bevölkerungsfonds der Vereinten Nationen (UNFPA) in Berlin, das starke Bevölkerungswachstum, gerade in Afrika, sei eine „Zeitbombe“, die damit verbundenen Herausforderungen würden von vielen Verantwortlichen nicht ausreichend ernst genommen.

          Müller erinnerte die Verantwortlichen der künftigen Regierungsparteien „an ihre Versprechungen im Rahmen des Wahlkampfes“. Er sagte: „Das sind keine Randthemen, sondern das sind globale Herausforderungen, auf die wir antworten müssen.“ Deutschland wolle seine Verantwortung für die Menschen in den Entwicklungsländern aus humanitären Gründen wahrnehmen. Er betonte gleichzeitig, „wir haben auch ein Eigeninteresse“.

          Die Vereinten Nationen schätzen, dass in den Entwicklungsländern 43 Prozent aller Schwangerschaften ungeplant sind. Vor fünf Jahren lag der Anteil bei 41 Prozent. Die Vereinigten Staaten hatten nach dem Amtsantritt von Präsident Donald Trump Gelder für internationale Organisationen gekürzt, die im Rahmen der Familienplanung auch über Abtreibungen informieren. Die Geschäftsführerin der Deutschen Stiftung Weltbevölkerung, Renate Bähr, sagte, die Zahl der Abtreibungen werde durch diesen Schritt aber eher steigen als sinken, da vielen Frauen und Mädchen dadurch der Zugang zu Verhütung erschwert werde.

          Weitere Themen

          Topmeldungen

          Newsletter

          Immer auf dem Laufenden Sie haben Post! Abonnieren Sie unsere FAZ.NET-Newsletter und wir liefern die wichtigsten Nachrichten direkt in Ihre Mailbox. Es ist ein Fehler aufgetreten. Bitte versuchen Sie es erneut.
          Vielen Dank für Ihr Interesse an den F.A.Z.-Newslettern. Sie erhalten in wenigen Minuten eine E-Mail, um Ihre Newsletterbestellung zu bestätigen.