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Weltklimarat : Nur 1,5 Grad Erwärmung? Kaum zu schaffen!

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Es wird wärmer. Bild: dpa

Die Erde soll im Durchschnitt nur um 1,5 Grad wärmer werden – so heißt es im Pariser abkommen. Doch der Weltklimarat hat jetzt einen pessimistischen Blick auf das Ziel.

          Der Weltklimarat (IPCC) hält nach einem Bericht der Berliner „tageszeitung“ (Montagsausgabe) das im Pariser Klimaabkommen anvisierte Ziel, die Erderwärmung möglichst auf 1,5 Grad zu begrenzen, für kaum noch einhaltbar. Dies sei „mit 66-prozentiger Wahrscheinlichkeit jenseits des Erreichbaren“, zitiert das Blatt aus einem bisher unveröffentlichten Entwurf der „Zusammenfassung für Entscheidungsfinder“ eines neuen Berichts der weltweit führenden Klimawissenschaftler zu dem 1,5-Grad-Ziel.

          Das 1,5-Grad-Ziel war auf der UN-Klimakonferenz 2015 in Paris auf Druck der besonders stark vom Klimawandel betroffenen Staaten in den Vertragstext eingefügt worden. Demnach soll die Erwärmung möglichst auf 1,5 Grad, mindestens aber auf deutlich unter zwei Grad begrenzt werden. Dem Entwurf des IPCC-Berichts zufolge, der noch überarbeitet und im Herbst veröffentlicht werden soll, macht die aktuelle Politik der beteiligten Staaten diese Begrenzung jedoch praktisch unmöglich.

          „Beim jetzigen Tempo der Erwärmung würde die globale Mitteltemperatur die 1,5-Grad-Schwelle in den 2040er Jahren erreichen“, zitiert die „taz“ weiter aus dem Text. Der Unterschied zwischen 1,5 und zwei Grad Erwärmung hätte demnach schwerwiegende Folgen: Mehr starke Stürme, einen um zehn Zentimeter höheren Meeresspiegel, eventuell den unumkehrbaren, langsamen Verlust des Eises in Grönland und der West-Antarktis, verstärktes Aussterben von Pflanzen, Fischen, Insekten und Wirbeltieren sowie ein höheres Risiko von Armut, Unterernährung und Krankheit.

          Die einzige Chance, um doch noch eine Stabilisierung innerhalb des 1,5-Grad-Rahmens zu erreichen, läge nach Einschätzung der Forscher darin, das Treibhausgas CO2 aktiv aus der Atmosphäre herauszufiltern, hieß es. Das müsse allerdings sehr schnell und in sehr großem Maßstab erfolgen. Dies sei unrealistisch, auch weil beispielsweise der Flächenbedarf für erforderliche Aufforstungen mit den Bedürfnissen der Landwirtschaft kollidiere.

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