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Dauerbaustelle Gesundheit : Den Krankenkassen geht das Geld aus

Seniorin im Ruhestand: Die steigende Lebenserwartung der Bevölkerung hat Folgen für die Gesundheitskosten und die Finanzierung der Altersvorsorge. Bild: dpa

An der Situation der Kranken- und Pflegekassen ist nicht Corona schuld. Es gibt verschiedene Ansätze zur Problemlösung und gute Ideen, die Systeme sozial und marktwirtschaftlich zu machen.

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          Der schlechte Ruf der Sozialversicherungen ist nicht fair. Schließlich leben immer mehr Rentner immer länger, Kranke haben zudem bessere Heilungschancen und über die ambulante und stationäre Pflege lässt sich die Lebensqualität auch von Hochbetagten und Schwachen erhöhen. Klar ist aber auch: In einer alternden Gesellschaft ist all das über das Umlageverfahren nicht zu finanzieren. Ein anschauliches Beispiel dafür liefert die gesetzliche Krankenversicherung (GKV). Anfang des Jahrhunderts, als es noch viermal so viele Krankenkassen wie heute gab, fiel das System in sein bisher tiefstes Finanzloch. Danach drehte der Saldo von Einnahmen und Ausgaben binnen Jahren in einen Rekordüberschuss.

          Christian Geinitz
          Wirtschaftskorrespondent in Berlin

          Damals wurden Leistungen gekürzt, und der Bundeszuschuss wurde eingeführt. Dadurch stabilisierte sich die Lage, bis das System nach der Finanzkrise wiederum ins Minus rutschte. Dann folgte ein wirtschaftlicher Aufschwung, in dem die GKV satte Überschüsse erzielte. Erst 2019 tauchte sie wieder hinab in ein Defizit, und seitdem wird die Finanzlage immer schlimmer: 2020 fehlten den Kassen knapp 2,7 Milliarden Euro. Das bedeutete den schlechtesten Wert seit dem Monsterdefizit von 2003.

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