https://www.faz.net/-gqe-9otzc

Nutzen der Astrophysik : Warum wir das All erforschen

Radaranlagen auf dem chinesischen Schiff Yuanwang-3 überwachen Satelliten im Weltall. Bild: dpa

Um den Weltraum zu ergründen, werden Milliardensummen ausgegeben. Kritiker sehen darin reine Geldverschwendung. Doch was die Forscher herausfinden, hilft an vielen Stellen auch im täglichen Leben weiter.

          5 Min.

          Wenn wir uns mit Lichtgeschwindigkeit fortbewegen könnten, dann wären wir ungefähr zwölf Stunden unterwegs, um unser Sonnensystem zu verlassen. Zum nächsten Stern brauchten wir etwas mehr als vier Jahre, zum Zentrum unserer Milchstraße 26.000 Jahre. Was so weit weg ist, hat auf uns Menschen wenig Einfluss – und trotzdem studieren Tausende Astrophysiker das Universum, unterstützt durch Ingenieure, Techniker, Informatiker und Experimentalphysiker, obwohl es uns aus rein praktischen Erwägungen heraus, zumindest auf den ersten Blick, egal sein könnte. Allein die amerikanische Weltraumbehörde Nasa hat dafür dieses Jahr 21,5 Milliarden Dollar zur Verfügung. Hätte das Geld nicht sinnvoller für die Lösung irdischer Probleme eingesetzt werden können?

          Sibylle Anderl

          Redakteurin im Feuilleton.

          Die Astrophysik wird gerne als Paradebeispiel nutzloser Wissenschaft angeführt. Sie gilt zwar als älteste Wissenschaft – Menschen haben schon immer den Nachthimmel beobachtet und versucht, sich auf die dort sichtbaren Phänomene einen Reim zu machen –, steht jedoch immer wieder unter Rechtfertigungsdruck. Mit Aristoteles zu argumentieren, dass das menschliche Staunen über die Phänomene des Nachthimmels den Anfang aller Philosophie darstellt, und Neugier und Wissensdurst insofern ausreichend Motivation für aufwendige Forschungsprogramme sein sollten, hat in diesem Kontext eher wenig Aussicht auf Erfolg.

          Testen Sie unsere Angebote.
          Jetzt weiterlesen.

          Testen Sie unsere Angebote.
          F.A.Z. PLUS:

            FAZ.NET komplett

          F.A.Z. PLUS:

            Sonntagszeitung plus

          F.A.Z. PLUS:

            F.A.Z. digital

          Diese und viele weitere Artikel lesen Sie mit F+

          Neue Machtverteilung : Merkel zieht die Notbremse

          Plötzlich ging es ganz schnell. Merkel und Scholz präsentieren eine neue Rollenverteilung in der Corona-Politik und manch anderer sieht plötzlich alt aus.
          Stillstand auch in Frankfurt: Lockdown auf der Zeil

          Gastbeitrag von Roland Koch : Lockdown für immer?

          Individuelle Freiheit, das Recht auf wirtschaftliche Betätigung und auch das Recht zu reisen haben in unserer Verfassung einen Rang, der es verbietet, sie dauerhaft einem Krisenregime des Stillstandes zu unterwerfen.
          Die Statue Justitia mit Waage und verbundenen Augen.

          Standpunkt : Das Bundesverfassungsgericht auf Irrwegen

          Das Grundgesetz weist Deutschland den Weg in ein vereintes Europa, aber wann kommt das Bundesverfassungsgericht endlich mit seiner Rechtsprechung bei den Problemen der Gegenwart und Zukunft an?