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Weihnachtsgeschäft : Wünsch dir was

  • -Aktualisiert am

Ein Weihnachtsmärchen Bild: dpa

Die Zwischenbilanz zum Weihnachtsgeschäft ist gemischt. Die Stimmung ist nicht schlecht, aber ein bisschen mehr Champagnerlaune könnte dem Endspurt in der kommenden Woche helfen.

          Das Kaminfeuer lodert. Dicke, reich dekorierte Tannengirlanden schmücken den Sims. In einem gemütlichen Ohrensessel sitzt in roter Tracht ein Weihnachtsmann mit weißem Rauschebart. Zwei niedlich gekleidete Kleinkinder lauschen andächtig und schüchtern seinen Worten. Die Atmosphäre erinnert an nostalgische Bilderbuchszenen. So ähnlich wie in dieser Kinder-Boutique von Polo Ralph Lauren an der feinen Londoner Bond Street muss es früher einmal zur Vorweihnachtszeit in den Spielzimmern reicher amerikanischer Ostküstenfamilien ausgeschaut haben. Tante und Onkel fällt es jedenfalls ziemlich schwer, abstinent zu bleiben und nicht doch eines jener niedlichen Mützchen mitzunehmen, zu dessen Preis im Warenhaus ein volltauglicher Kinderanorak samt Kapuze zu erstehen wäre.

          Schräg gegenüber bei Jimmy Choo locken nicht nur glitzernde, Schwindel erregende High Heels in den Auslagen. Vor dem Geschäft verteilen junge Damen kleine gefüllte Weihnachtstörtchen, damit der Blutzuckerspiegel beim vorweihnachtlichen Einkaufsbummel nicht allzu sehr absinkt und Energie fürs Schuhe probieren bleibt. Bei dem Herrenausstatter Hackett auf der Jermyn Street wird der Champagner gleich im Eingang auf Silbertabletts gereicht. Möge ein leichter Schwips die Kauflaune heben. Der gehobene Londoner Einzelhandel in London inszeniert das Weihnachtsgeschäft. Was am Ende angesichts der trüben Wirtschaftslage in den Kassen verbleibt, steht auf einem ganz anderen Blatt, zumal das bunte Treiben in diesen Nobelvierteln weder für das gesamte Land noch dessen Händlerzunft repräsentativ ist.

          Klagen der Geschäftsleute

          Aber ein wenig von der ausgelassenen, fröhlichen Stimmung, die in diesen Wochen jede Menge Touristen aus Deutschland, Süd- und Osteuropa oder dem Morgenland für ein kurzes teures Wochenende auf die Insel lockt, würde man in diesen Tagen gern in unsere Innenstädte mitbringen. Vor allem die Klein- und Mittelstädte könnten derzeit ein gutes Päckchen davon gebrauchen. Denn besonders dort klagten die Geschäftsleute zuletzt über eher schleppende Geschäfte, wie Umfragen des Handelsverbandes HDE ergeben haben.

          Konkurrent Weihnachtsmarkt: Das Geschiebe rund um die Glühwein- und Currywurstbüdchen ist weit größer als in den Läden

          Indes hat auch Deutschland einiges in Sachen Weihnachtstourismus zu bieten: Christmas Shopping in Nürnberg beispielsweise. Dort zieht der wohl traditionsreichste und berühmteste Weihnachtsmarkt, der Christkindlesmarkt, Touristen aus der ganzen Welt an. Wie überhaupt die mittlerweile in jeder Groß- und Kleinstadt, auf Burgen oder Gutshöfen aufgebauten Weihnachtsmärkte zu beliebten Treffpunkten in der Adventszeit geworden sind. Nicht immer zur Begeisterung der örtlichen Einzelhändler im Übrigen. Denn oft ist das Geschiebe rund um die Glühwein- und Currywurstbüdchen weit größer als in den Läden.

          Kleinere Städte schwach besucht

          Für einen Kassensturz ist es zwar noch zu früh. Schließlich bleibt noch eine gute Woche zum Geschenke kaufen und die Kunden machen sich immer später auf, wie Henning Kreke, der Vorstandsvorsitzende der Douglas-Gruppe seit Jahren beobachtet. Der Auftakt allerdings war ziemlich verhalten. „Noch Luft nach oben“ lautete das Bulletin des HDE nach dem ersten Adventssamstag. Auch das zweite Adventswochenende blieb eher ruhig. Da wurden mehr die kleinen Gaben und Süßigkeiten für den Nikolausstiefel gekauft.

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