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Mit oder ohne Mehrwertsteuer? : Ein Paar zahlt wegen der Gasumlage 345 Euro mehr

Die nächste Rechnung kommt bestimmt: Kundin liest ihren Gaszähler ab. Bild: Fotofinder/Wolfgang Maria Weber

2,419 Cent je Kilowattstunde müssen Gaskunden ab Oktober zusätzlich zahlen. Acht Dinge, die Privathaushalte und Betriebe jetzt wissen müssen.

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          Wozu dient die Umlage?

          Die Gasumlage ist Folge des Energiesicherungsgesetzes und entsprechender Verordnungen. Sie soll Gasimporteuren wie Uniper von Oktober 2022 bis April 2024 90 Prozent der Mehrkosten ausgleichen, die sie haben, weil sie Ersatz für fehlendes Gas aus Russland anderweitig beschaffen müssen. Diese Kostensteigerung konnten die Importeure bisher nicht weitergeben, sodass die Gefahr der Insolvenz und damit des Zusammenbruchs der gesamten Lieferkette bestand. Ursprünglich war vorgesehen, dass die Konzerne die Mehrkosten auf ihre eigenen Kunden umlegen sollten, dies hätte also nur Bezieher russischen Gases getroffen. Das neue Verfahren sieht vor, dass alle Gaskunden zur Kasse gebeten werden. Manche zahlen also mehr, als sie eigentlich müssten, andere weniger.

          Wer erhebt die Umlage, wer zahlt?

          Christian Geinitz
          Wirtschaftskorrespondent in Berlin
          Hendrik Kafsack
          Wirtschaftskorrespondent in Brüssel.
          Julia Löhr
          Wirtschaftskorrespondentin in Berlin.

          Zuständig ist der sogenannte Marktgebietsverantwortliche Trading Hub Eu­rope, kurz THE, ein quasihoheitlich operierendes Unternehmen der Gasnetzbetreiber. Es sammelt die Abgabe bei den Energieversorgern ein. Diese dürfen sich das Geld von ihren Kunden, also Unternehmen oder Haushalten, zurückholen, müssen das aber nicht. RWE hat angekündigt, die Umlage selbst zu tragen. Insofern entsteht jetzt doch eine Ungleichheit, welche die Politik eigentlich vermeiden wollte: Eine von RWE versorgte Wohnung muss keine Umlage zahlen, der Nachbar mit einem anderen Versorger möglicherweise schon.

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