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Wegen der Wirtschaftskrise : Autoexport schrumpft um 38 Prozent

  • -Aktualisiert am

Autoterminal in Bremerhaven: Bereit zur Verschiffung, doch die Käufer fehlen Bild: dpa

In Deutschland beschert die Abwrackprämie den Kleinwagenherstellern einen Boom bei den Bestellungen. Doch leiden die deutschen Hersteller unter dem schwachen Auslandsgeschäft.

          Die deutschen Autohersteller leiden weiter unter einem äußerst schwachen Exportgeschäft. Aber die Abwrackprämie hat zumindest dem inländischen Automarkt einen unerwartet kräftigen Schub gegeben. Für das Gesamtjahr rechnet der Verband der Automobilindustrie (VDA) dank der staatlichen Kaufanreize nun sogar mit einer Absatzsteigerung. 2009 werde der „Inlandsabsatz deutlich über Vorjahr“ liegen, wie der Verband mitteilte. Im vergangenen Jahr wurden hierzulande knapp 3,1 Millionen Neuwagen verkauft.

          Mit 400 000 neu zugelassenen Autos stieg der Inlandsabsatz im März um 40 Prozent auf den höchsten Wert seit dem Wiedervereinigungsboom 1992. Im ersten Quartal wuchs der deutsche Automarkt um 18 Prozent auf 870 000 Einheiten. Auch die inländischen Auftragseingänge der deutschen Hersteller stiegen im März kräftig um drei Viertel und legten im gesamten ersten Quartal um 43 Prozent zu. Grund ist der Ansturm auf die Abwrackprämie: Das dafür zuständige Bundesamt für Wirtschaft zählte zuletzt mehr als 1 Million Anträge für die Prämie.

          Mittelklasse- und Oberklasse-Autos profitieren so gut wie gar nicht

          Die deutschen Hersteller von Mittelklasse- und Oberklasse-Autos profitieren allerdings von der Abwrackprämie so gut wie gar nicht. Während die Verkaufszahlen von Kleinwagen im März um drei Viertel kletterten, bleib der Absatz in den beiden oberen Klassen um ein Viertel hinter den Vorjahreswerten zurück. Während Fiat eine Steigerung zum Vorjahreszeitraum von über 200 Prozent erzielte, musste der Stuttgarter Premium-Hersteller Mercedes eine Einbuße von fast 8 Prozent einstecken. Das geht aus der Statistik des Kraftfahrtbundesamtes hervor.

          Viel schlechter als in Deutschland sieht es auf den Märkten im Ausland aus. Der Export der deutschen Autoindustrie schrumpfte deshalb im März um ein Viertel. Im ersten Quartal 2009 lag der Rückgang sogar bei 38 Prozent. Nur 714 000 Autos wurden ausgeführt. Die Produktion wurde im März um 20 Prozent zurückgefahren, und es wurden so wenige Autos hergestellt wie seit 15 Jahren nicht mehr. „Drei von vier im Inland gefertigten Autos werden exportiert. Die Stabilisierung der globalen Absatzmärkte ist das oberste Ziel der deutschen Automobilindustrie“, sagte VDA-Präsident Matthias Wissmann. Für die deutsche Autoindustrie, die 2008 auf der ganzen Welt rund 11 Millionen Autos und in Deutschland knapp 6 Millionen produzierte, sei die Entwicklung auf den Auslandsmärkten entscheidend.

          Trostlose Absatzzahlen aus Amerika

          Unterdessen fielen die Absatzzahlen in Amerika abermals trostlos aus. Je nach Hersteller lag das Minus im März zwischen 20 und 45 Prozent. Trotzdem sehen einige Unternehmen erste Hoffnungsschimmer in dem seit einem Jahr schwächelnden Markt. Das gilt sogar für General Motors (GM). Bei dem von Insolvenz bedrohten Opel-Mutterkonzern hieß es, man habe zum Monatsende eine Belebung der Nachfrage beobachtet.

          Der deutsche Sportwagenbauer Porsche verwies auf ein Absatzplus von 15 Prozent im Vergleich zum Februar. BMW sprach von ersten Anzeichen für eine Besserung. Während der Gesamtmarkt um 37 Prozent einbrach und die großen drei amerikanischen Hersteller noch schwächer abschnitten, steigerten die deutschen Hersteller ihren Marktanteil und mussten nur einen Rückgang von 22 Prozent hinnehmen.

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