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Erstmals seit 60 Jahren : Iran bittet Internationalen Währungsfonds um Hilfe

  • Aktualisiert am

Ein wichtiger Berater von Außenminister Mohmmad Javad Sarif war kürzlich an den Folgen der Virusinfektion gestorben. Bild: AFP

Die Corona-Krise hat Iran fest im Griff. Nun bittet die Islamische Republik um IWF-Kredite – was wegen der Spannungen mit Amerika politisch heikel ist.

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          Angesichts der dramatischen Auswirkungen der Corona-Krise hat der Iran am Donnerstag den Internationalen Währungsfonds (IWF) um dringende Finanzhilfe gebeten. Die iranische Zentralbank habe um „sofortigen Zugang“ zu den vom IWF wegen der Pandemie versprochenen RFI-Kredithilfen gebeten, teilte Außenminister Mohammed Dschawad Sarif im Onlinedienst Twitter mit. Der Iran hatte zuletzt zwischen 1960 und 1962 Finanzhilfen vom Internationalen Währungsfonds erhalten.

          Die verschiedenen Kredite, die der IWF für wirtschaftlich angeschlagene oder in Zahlungsschwierigkeiten steckende Länder bereitstellt, müssen stets vom Gouverneursrat der Institution abgesegnet werden. De facto ist eine Entscheidung gegen den Willen der Vereinigten Staaten undenkbar. Die Beziehungen zwischen Washington und Teheran sind schon seit Monaten aber extrem angespannt.

          Der Iran, der auch wegen der amerikanischen Sanktionen im Zusammenhang mit dem Atomprogramm des Landes unter einer massiven Wirtschaftskrise leidet, ist nun zudem eines der am stärksten von der Coronavirus-Pandemie betroffenen Länder. Nach jüngsten Angaben vom Donnerstag wurde nun die Schwelle von 10.000 Infektionen in dem Land überschritten.

          Binnen 24 Stunden kamen rund 1000 Infektionsfälle hinzu, die Zahl der Toten durch das Virus stieg um 75 auf 429. Betroffen sind im Iran auch hochrangige Politiker und Regierungsmitarbeiter. Ein wichtiger Berater von Außenminister Sarif war kürzlich an den Folgen der Virusinfektion gestorben

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