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Bevorstehender Brexit : Citigroup erwägt wohl Verlagerung von Händlern nach Frankfurt

  • Aktualisiert am

Wird die Verlagerung von Arbeitsplätzen nach Frankfurt jetzt konkreter? Bild: dpa

Dass Banken angesichts des bevorstehenden Brexits Arbeitsplätze nach Frankfurt verlagern könnten - darüber wird schon länger spekuliert. Jetzt scheint das in einem Fall konkreter zu werden.

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          Die amerikanische Citigroup denkt anscheinend darüber nach, einen Teil ihrer in London ansässigen Aktien- und Zinsderivate-Händler nach Frankfurt zu verlagern. Grund ist der drohende Brexit, wie die Nachrichtenagentur Bloomberg unter Berufung auf informierte Kreise berichtet. Die Verlagerung solle stattfinden, sobald das Austrittsverfahren Großbritanniens aus der Europäischen Union angestoßen wurde.

          Die Agentur berichtete weiter, dass es schon Gespräche mit der Bafin gegeben habe, um die notwendigen Genehmigungen zu erhalten. Allerdings könnten sich die Planungen der Citigroup auch noch ändern -  je nach Entwicklung der Verhandlungen zwischen Großbritannien und der EU.

          Während es bislang angesichts des bevorstehenden Brexits vor allem Warnungen vor Arbeitsplatzverlagerungen der Banken gegeben hat, könnte dies nun der erste Fall einer Konkretisierung solcher Pläne sein. Die Bank erwarte, vor Ende der erwarteten zwei Jahre langen Verhandlungsphase funktionsfähige Büros in der gesamten Region zu haben und führe Gespräche mit der Europäischen Zentralbank und Aufsichtsbehörden in EU-Ländern wie Irland über die Verlagerung anderer Teile ihres Geschäfts, berichtete eine der Quellen, die Bloomberg zitiert.

          Citigroup dementiert nicht

          Die Citigroup selbst dementierte den Bericht nicht. Eine Sprecherin teilte mit: „Wir prüfen unsere Optionen, während die Verhandlungen zwischen der EU und Großbritannien fortschreiten.“ Es bleibe eine erhebliche Unsicherheit über die Art des möglichen Austritts Großbritanniens aus der EU, „und daher haben wir bislang noch keine Entscheidungen getroffen.“ London sei und bleibe das EMEA-Hauptquartier der Bank und eine globale Drehscheibe für viele ihrer Geschäftstätigkeiten. Sprecher der Bafin und der EZB lehnten Kommentare ab.

          Die Finanzplätze des europäischen Kontinents hatten zuletzt immer offener um mögliche Brexit-Flüchtlinge aus der Londoner City gebuhlt. Erst am Dienstag hatte die Lobbyorganisation der Finanzbranche in der französischen Hauptstadt, Paris Europlace, eine Studie vorgelegt, in der sie Paris als den führenden Finanzplatz von Kontinentaleuropa bezeichnet – und mit der sie sich vor allem gegenüber Frankfurt behaupten will.

          Aber auch in Frankfurt mangelt es nicht an Studien, welche die Vorteile der Main-Metropole als Alternativstandort zu London anpreisen. Am Dienstag hatte allerdings die Forschungsabteilung der Deutschen Bank eine neue Studie vorgelegt, in der sie eine vergleichsweise vorsichtige Prognose abgibt.

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