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Brexit-Unsicherheit : Der deutsch-britische Handel schrumpft

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Aus dem Hamburger Hafen führen deutschen Unternehmen gewaltigen Gütermengen in die ganze Welt aus. Bild: dpa

Sie führen weniger aus und kaufen noch viel weniger ein: Die Geschäfte mit dem Vereinigten Königreich sind in diesem Jahr merklich zurückgegangen.

          Angesichts der Unsicherheit über den Austritt Großbritanniens aus der EU ist der deutsch-britische Handel seit Jahresbeginn zurückgegangen. Nach neuen Zahlen exportierten deutsche Unternehmen von Januar bis Mai Waren im Wert von ungefähr 35 Milliarden Euro nach Großbritannien – im Vergleich zum Vorjahr ist dies ein Rückgang von 2,3 Prozent. Die Importe aus Großbritannien sanken um 6,1 Prozent auf 15 Milliarden Euro.

          Die Zahlen gab der Deutschen Industrie- und Handelskammertag (DIHK) auf Anfrage bekannt. Mit einem Handelsvolumen von 50 Milliarden Euro in den ersten fünf Monaten des Jahres liegt das Vereinigte Königreich demnach aktuell nur noch auf Rang 7 der wichtigsten deutschen Handelspartner, im Jahr 2017 lag es noch auf Rang 5, im vergangenen Jahr auf Rang 6.

          DIHK-Präsident Eric Schweitzer und andere Vertreter der deutschen Wirtschaft hatten den künftigen britischen Premierminister Boris Johnson schon vor einem ungeordneten Brexit gewarnt. Johnson wiederum will das Abkommen über den EU-Austritt seines Landes mit Brüssel neu verhandeln.

          Seine Vorgängerin Theresa May war mit dem Deal im Parlament drei Mal gescheitert. Die Europäische Union lehnt aber jegliche Änderung an dem Abkommen ab. Johnson will daher notfalls am 31. Oktober ohne Austrittsvertrag aus der EU ausscheiden.

          Der Brexit sei bereits jetzt eine große Belastung für die deutsche Wirtschaft, sagte Schweitzer. 70 Prozent der Betriebe mit Geschäft in Großbritannien erwarteten 2019 schlechtere Zahlen. Jeder achte Betrieb mit Geschäft dort wolle seine Investitionen auf andere Märkte verlagern, vor allem in die Länder des EU-Binnenmarkts. „Die neue britische Regierung hat immer noch die Chance, die negativen Folgen des Brexit für die Wirtschaft auf beiden Seiten des Kanals zu begrenzen. Die Unternehmen benötigen endlich einen klaren Fahrplan.“

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