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Kommentar : Weg mit der Bahncard

  • -Aktualisiert am

Die Deutsche Bahn verschleudert seit mehr als zwei Jahrzehnten ihre Tickets zum halben Preis. „Wirtschaftlicher“ ist die deshalb nicht geworden. Sinnvoll wäre es, die Bahncard einfach zu streichen.

          Für Schnäppchen-Deutschland ein Traum: Man kauft groß ein, zückt an der Kasse seine Rewe- oder Aldicard, und schon halbiert sich der Rechnungsbetrag. Aus gutem Grund hat sich bislang kein Unternehmen auf diese Strategie eingelassen. Mit einer Ausnahme: Die Deutsche Bahn verschleudert seit mehr als zwei Jahrzehnten ihre Tickets zum halben Preis. Viel „wirtschaftlicher“ – so lautete das Ziel bei der Einführung der Bahncard – ist sie deshalb nicht geworden. Insofern wäre es sinnvoll, die Bahncard zu streichen.

          Der Luftverkehr macht vor, wie ein kluges Preissystem aussieht. Sind die Kabinen voll, kostet es viel. Sind sie leer, kann ich günstig fliegen. Warum sollte ein Bahnreisender zur Schienen-Rush-hour belohnt werden, wenn die ICEs ohnehin überlastet sind und der Konzern wegen ihm teure Spitzenlastkapazitäten – spricht: Züge – vorhalten muss?

          Immer wieder gab es Versuche, die Rabattkarte abzuschaffen – alle sind krachend gescheitert. Dabei sollten alle Bahncard-Freunde bedenken: Günstig können andere besser. Die Bahn braucht ein neues Preissystem, selbst wenn man mit einer Preisspirale nach unten der Fernbuskonkurrenz nicht beikommt. Eher schon mit pünktlicheren und schnelleren Zügen.

          Thiemo Heeg

          Redakteur in der Wirtschaft.

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