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Wechsel im Vorstand : Deutsche Bank im Umbau

  • -Aktualisiert am

Der personelle Umbau allein ist kein Ausweis für die Übernahme der Deutschen Bank durch risikosüchtige Investmentbanker. Aufschluss über den Kurs der Bank gibt vielmehr der strukturelle Umbau.

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          Die neue Doppelspitze der Deutschen Bank verliert keine Zeit. Ohnmächtig schaut Josef Ackermann zu, wie Anshu Jain und Jürgen Fitschen, die er vergebens zu verhindern suchte, weil er weder ihnen noch anderen aus der Deutschen Bank seine Nachfolge zutraute, jetzt entschlossen die Bank umbauen. Zwei Vorstände müssen gehen, drei neue kommen. Und das Exekutivkomitee unterhalb des Vorstands soll von zwölf auf siebzehn Köpfe wachsen. So läuft das nun mal (auch) im Investmentbanking: Die neuen Chefs kappen alte Seilschaften, setzen auf ihre Leute und verabschieden die Ehemaligen „im besten Einvernehmen“.

          Der personelle Umbau allein ist kein Ausweis für die Übernahme der Deutschen Bank durch risikosüchtige Investmentbanker. Es ist auch nicht so, dass der bislang zweite Mann in der Risikosteuerung der Bank, William Broeksmit, blind für Marktgefahren gewesen wäre. Seit Jahren steuert der künftige Risikovorstand erfolgreich das Marktrisiko, auch durch die Untiefen von Finanz-, Banken- und Schuldenkrise. Sein Spitzname „Dr. No“ deutet an, worauf es in dieser Position ankommt. Richtig ist die Entscheidung, wieder einen Vorstand für Personalentwicklung zu etablieren und dort auch Rechtsfragen zu bündeln, um die Risiken der vielen Prozesse und Ermittlungen gegen die Bank zu erfassen. Der Wechsel in der IT-Zuständigkeit passt ins Gesamtbild und ist nicht unbedingt Folge eines Versäumnisses.

          Ein Signal zum Aufbruch

          Aufschluss über den Kurs der Bank gibt der strukturelle Umbau. Es gibt künftig vier Geschäftsfelder. Neu ist die Bündelung von börsengehandelten Indexfonds, Vermögensverwaltung und Betreuung wohlhabender Kunden. Die Deutsche Bank war in der letzten Dekade ein Globalisierungsgewinner. Der Doppelspitze ist klar, dass künftig nur eine Handvoll Investmentbanken auf dem globalen Spielfeld mitspielen kann, darunter soll der deutsche Branchenprimus sein. Hierfür braucht die Deutsche Bank einen Ausgleich für die schwankenden Erträge aus dem Investmentbanking. Der stabile Gewinnstrom soll sich aus den drei anderen Feldern speisen. Deshalb wurden mit den Erträgen aus dem Investmentbanking die Postbank und Sal. Oppenheim gekauft.

          Die Entscheidung der Doppelspitze, die bisherige Struktur von zwei Silos aufzubrechen, ist ein Signal zum Aufbruch der Deutschen Bank. Doch wohin? Nach Asien? Das wissen nur die neuen Leute – die übrigens alle aus der Bank kommen. Sie haben ein Bekenntnis zur Universalbank abgelegt. Daran werden sie gemessen.

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