https://www.faz.net/-gqe-8gu6r

Schäubles neue Renten-Idee : Ein Betriebsrenten-Zuschuss für Geringverdiener

  • Aktualisiert am

Wolfgang Schäuble (CDU) selbst arbeitet auch mit 73 Jahren noch Vollzeit - und oft länger. Bild: dpa

Altersarmut ist ein wichtiges Thema in der Renten-Debatte. Finanzminister Schäuble macht nun einen Vorschlag.

          Deutschland diskutiert die Rente, es geht um Alterung, Altersarmut, den Sinn privater Vorsorge. Wahrscheinlich wird das Thema auch den anstehenden Bundestagswahlkampf prägen. Vertreter der großen Koalition haben bereits eine Rentenreform vielleicht noch für dieses Jahr in Aussicht gestellt.

          In der Debatte mischt neben Arbeitsministerin Nahles auch der dienstälteste und älteste Minister im Kabinett mit, Wolfgang Schäuble. Der 73 Jahre alte deutsche Kassenwart brachte unlängst ins Gespräch, dass Renteneintritt und Lebenserwartung aneinander gekoppelt werden müssten - werden die Menschen älter, können sie auch erst später in Ruhestand gehen.

          Was wird aus unserer Rente? Zur FAZ.NET-Themenseite geht es hier entlang.

          Nun bringt Schäuble einen weiteren Vorschlag ein: Er will offenbar einen neuen staatlichen Zuschuss für die Betriebsrenten von Geringverdienern einführen. „Wir wollen Menschen mit sehr niedrigen Einkommen ein Zusatzangebot für die Altersvorsorge machen“, sagte sein Staatssekretär Michael Meister der „Rheinischen Post“. Für diesen Personenkreis solle es neben der in die Kritik geratenen Riester-Rente einen weiteren staatlichen Zuschuss geben.

          „Unser Ziel ist, dass Geringverdiener jährlich 400 bis 450 Euro für die Betriebsrente ansparen, ohne dass dadurch ihr Nettoeinkommen reduziert wird“, sagte Meister. „Das ist ein wesentlicher Beitrag gegen Altersarmut.“ Über die Einkommensgrenze, bis zu der der Zuschuss gezahlt werden soll, werde in der Koalition noch verhandelt.

          Ein Gutachten im Auftrag des Finanzministeriums, über das die Frankfurter Allgemeine Zeitung vor einigen Wochen berichtete, hat eine Grenze bei einem Monatseinkommen von brutto 1500 Euro oder 18.000 Euro im Jahr vorgeschlagen. Für den Zuschuss schlagen die Gutachter verschiedene Varianten vor - dem Finanzministerium schwebt offenbar ein Förderansatz von 154 Euro vor, was der Riester-Grundzulage entspräche.

          Franz Müntefering brachte mit dem früheren Bundeskanzler Gerhard Schröder die Agenda 2010 auf den Weg.

          Der frühere SPD-Chef Franz Müntefering sieht unterdessen keine Notwendigkeit, das Renteneintrittsalter weiter heraufzusetzen. „67
          ist ausreichend.“, sagte Müntefering der „Bild“-Zeitung. Gleichzeitig sprach er sich aber für mehr Flexibilität im Rentensystem aus. „Wer kann und will, soll länger arbeiten und dafür dann auch eine höhere Rente bekommen.“

          Müntefering betonte weiter, das Rentensystem sei bis 2030 „wetterfest“. Nun müssten die Weichen für die Zeit danach gestellt werden: „Ehrliche
          Analyse und klarer Entscheid im Sinne aller Generationen ist nötig.“

          Weitere Themen

          „Shell muss sich ändern“

          Konzernchef im Gespräch : „Shell muss sich ändern“

          Ben van Beurden, der Chef von Europas größtem Ölkonzern, spricht im Interview über den Umstieg auf erneuerbare Energien, Heuchelei an der Börse und den brennenden Regenwald.

          Topmeldungen

          Der Niederländer Ben van Beurden, Jahrgang 1958, ist seit 2014 Vorstandsvorsitzender des Ölkonzerns Shell.

          Konzernchef im Gespräch : „Shell muss sich ändern“

          Ben van Beurden, der Chef von Europas größtem Ölkonzern, spricht im Interview über den Umstieg auf erneuerbare Energien, Heuchelei an der Börse und den brennenden Regenwald.
          Der britische Premierminister Boris Johnson vergleicht sich selbst mit dem „unglaublichen Hulk“, der sich aus seinen Fesseln befreit.

          Brexit um jeden Preis : Der wütende Hulk

          Großbritannien werde sich aus seinen „Fesseln“ befreien wie die ultra-starke Comicfigur, wenn es bis 31. Oktober keinen Brexit-Deal gebe, erklärt Johnson. Auch gegen die Anordnung des Parlaments. Vor neuen Gesprächen mit der EU zeigt er sich dennoch „sehr zuversichtlich.“
          Aktivisten der Gruppierung „Extinction Rebellion“ schütten während der Hamburg Cruise Days eine rote Flüssigkeit, die Blut darstellen soll, auf die Treppen.

          Weltweite Klimademonstrationen : Nach dem Protest ist vor dem Protest

          Aktivisten planen einen weltweiten „Klimastreik“, in Deutschland soll in Hunderten Städten demonstriert werden. Die Gruppe „Extinction Rebellion“ will mit Mitteln des zivilen Ungehorsams auf die Folgen des Klimawandels aufmerksam machen.
          Joachim Wundrak im Jahr 2014 neben der damaligen Verteidigungsministerin Ursula von der Leyen.

          AfD-Mitgliedschaft : Wie ein General nach rechts abbog

          Joachim Wundrak war im Führungsstab der Bundeswehr und CDU-Mitglied. Inzwischen zetert er gegen Merkel und Europa. Von Rechtsextremisten in der AfD will er nichts wissen.

          Newsletter

          Immer auf dem Laufenden Sie haben Post! Abonnieren Sie unsere FAZ.NET-Newsletter und wir liefern die wichtigsten Nachrichten direkt in Ihre Mailbox. Es ist ein Fehler aufgetreten. Bitte versuchen Sie es erneut.
          Vielen Dank für Ihr Interesse an den F.A.Z.-Newslettern. Sie erhalten in wenigen Minuten eine E-Mail, um Ihre Newsletterbestellung zu bestätigen.