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Wirtschaftsforscher Fratzscher : „Es gibt Leute, die würden sehr gerne bis 70 arbeiten“

  • Aktualisiert am

Marcel Fratzscher Bild: Reuters

Deutschland diskutiert die Rente. Die Regierung legt demnächst eine große Reform vor. Dabei ist auch klar, was es bedeutet, wenn die Menschen immer älter werden.

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          Im November will Arbeitsministerin Andrea Nahles (SPD) ihre Rentenreform vorlegen. Sie ist das Ergebnis einer nun schon Monate andauernden neuen Renten-Diskussion in Deutschland, die sie selbst und der bayerische Ministerpräsident Horst Seehofer (CSU) wesentlich losgetreten hatten. Es geht um viele einzelne Themen dabei.

          Eine brisante Forderung, die etwa Bundesfinanzminister Wolfgang Schäuble (CDU) und die Jungen Union artikulierten, war die danach, das Renteneintrittalter künftig an die Lebenserwartung zu koppeln. Getreu der Binse: Wenn die Menschen länger leben und nicht weniger Rente bekommen wollen, müssen sie dann eben auch mehr Jahr berufstätig sein.

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          Nun hat auch der Präsident des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung (DIW), Marcel Fratzscher, bekräftigt, dass ein höheres Renteneintrittsalter mittelfristig unvermeidbar ist. „Die Menschen werden also nach 2030 länger als bis 67 Jahre arbeiten müssen“, sagte er der „Rheinischen Post“. Damit die gesetzliche Rentenversicherung auch künftig nachhaltig bleibe, sei es notwendig, für jedes Jahr zusätzlicher Lebenserwartung acht Monate länger zu arbeiten.

          Wegen des zunehmenden Alterungstempos werde zudem „ein begrenzter Rentenbeitragsanstieg für alle unvermeidlich sein“, so Fratzscher. Die Politik müsse gegensteuern, damit es nicht zu einem massiven Beitragsanstieg in der Rentenversicherung komme, warnte er.

          „Dafür brauchen wir den flexibleren Übergang in die Rente im Alter“, sagte er. „Es gibt Leute, die würden sehr gerne bis 70 arbeiten.“ In Berlin kommen die Sozialpartner am Donnerstag abermals mit Arbeitsministerin Andrea Nahles (SPD) zu Gesprächen über neue Rentenkonzepte zusammen.

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