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Sozialverband für mehr Rente : „Wir schaffen mehr Reichtum mit weniger Arbeit“

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Ulrich Schneider ist Hauptgeschäftsführer des Paritätischen Gesamtverbandes. Bild: dapd

Gerade die Sozialverbände warnen vor Altersarmut und prangern ein stabiles Rentenniveau an. Einer ihrer Chefs erklärt, wieso das möglich sei trotz der alternden Gesellschaft.

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          Gerade die Sozialverbände warnen in der neuen Renten-Debatte besonders vehement davor, dass breiten Schichten in Deutschland Armut im Alter drohe, wenn das Rentensystem so bleibe wie es ist. Der Paritätische Wohlfahrtsverband fordert deswegen, dass Rentenniveau auf rund 50 Prozent zu stabilisieren und erklärt zugleich, dass das durchaus bezahlbar sei.

          „Es ist nicht so, als würde Deutschland wirtschaftlich zusammenbrechen, nur wenn man das Rentenniveau stabilisiert - das ist Unfug“, sagte Verbandschef Ulrich Schneider im Fernsehen. Kosten würde das nicht einmal ein Prozent der Wirtschaftsleistung.

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          Derzeit beträgt das Rentenniveau - das Verhältnis zwischen Arbeits- und
          Renteneinkommen - rund 48 Prozent. Unter 43 Prozent soll es laut politischer Vorgabe bis zum Jahr 2030 nicht fallen; knapp 45 Prozent sind bis zum Jahr 2029 vorhergesagt.

          In der neu entbrannten Diskussion um die Altersvorsorge der Deutschen geht es gerade auch darum, dass die Rente auch infolge des  Renteneintritts der geburtenstarken Jahrgänge
          finanzierbar bleibt und zugleich Geringverdiener aber nicht massenweise in Altersarmut schlittern. Ob sie wirklich droht, ist umstritten - die Sozialverbände sehen dies so.

          Wohlfahrtsverbands-Chef Schneider führte nun die wachsende Produktivität in Deutschland ins Feld als ein Grund, warum ein höheres Rentenniveau möglich sei. „Wir schaffen immer mehr Reichtum mit immer weniger Arbeit.“ Das Rentensystem sei deshalb auch mit weniger Beitragszahlern zu finanzieren. „Wir haben im Moment kein Problem zwischen Jung und Alt, sondern zwischen Arm und Reich.“ Schneider forderte zudem, auch gut verdienende Selbstständige in die gesetzliche Rentenversicherung einzubeziehen.

          Die private Altersvorsorge sieht er gleichzeitig an einem Scheideweg angekommen. Das Modell der Riester-Rente sei gescheitert, so Schneider. Er halte es für sinnvoller, die staatlichen Zulagen zur Riester-Rente in die gesetzlichen Rentenkassen zu stecken.

          Gerade die Riester-Rente ist gleich zu Beginn der Renten-Debatte in die Kritik geraten. CSU-Chef Horst Seehofer befand sie für gescheitert. Auch Arbeitsministerin Andrea Nahles (SPD), die im Herbst ein Rentenreform-Konzept vorlegen will, äußerte zumindest, dass wegen der niedrigen Zinsen dieses Modell nicht das bringe, was einmal davon erhofft worden war.

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