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Kommentar : Renten im Fernrohr

  • -Aktualisiert am

Wer heute verantwortliche Rentenpolitik machen will, der verspricht nicht ständig neue Leistungen. Er macht sich vielmehr an die Anhebung des Rentenalters auf 69 Jahre.

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          Dieser Beitrag zur Rentendebatte hat es in sich. Die Ökonomen der Bundesbank wagen einen weiten Blick über den politischen Rentenhorizont hinaus. Der nämlich reicht nach wie vor bloß bis 2030, den Endpunkt der auf 30 Jahre angelegten rot-grünen Rentenreform.

          Wer heute schon wieder höheren Leistungen der gesetzlichen Rentenversicherung das Wort redet, und das tun leider alle Bundestagsparteien, der muss belegen, warum das nötig ist und was dies für die Rentenfinanzen der kommenden 30 bis 50 Jahre bedeuten könnte. Solche Prognosen, obwohl mit Unsicherheit behaftet, fördern erstaunliche Einblicke zutage.

          Im Fernrohr der Bundesbank zeigt sich bis 2060 eine steigende Belastung der Beitragszahler durch die Renten der langlebigen Babyboomer - und zwar schon ohne zusätzliche Versprechen. Auch erkennt man, dass die Leistungen des Rentensystems insgesamt nicht so dürftig sind, wie Schwarzmaler behaupten.

          Verantwortliche Rentenpolitik verspricht also keine neuen Leistungen, sondern macht sich an die weitere Anhebung des Rentenalters auf 69 Jahre. Das entlastet die Jüngeren und stabilisiert die Einkünfte der Älteren. Ein besserer Beitrag zum Rentenfrieden ist jedenfalls nicht in Sicht.

          Heike Göbel

          Verantwortliche Redakteurin für Wirtschaftspolitik, zuständig für „Die Ordnung der Wirtschaft“.

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