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Kommentar : Schlacht ums Rentenniveau

  • -Aktualisiert am

Politiker fast aller Parteien haben einen neuen Schlachtruf: „Haltet das Rentenniveau!“ Der suggeriert, dass die Renten absolut sinken würden, wenn die Politik nicht eingreift. Warum das so nicht stimmt.

          Beim Plündern der Rentenkasse durch die große Koalition hätten diese Zahlen nur gestört. Kein Wunder, dass die Sozialministerin erst jetzt mit der bitteren Wahrheit herausrückt. Bislang schaute die offizielle Rentenpolitik einfach nicht über 2030 hinaus, denn sonst hätte sie die Frage beantworten müssen, warum sie Teile der gut versorgten heutigen Rentner noch für Milliarden mit Mütterzuschlag und Vorruhestand bedenkt, während die nächste Klemme absehbar ist.

          Nahles‘ neue Prognose zeigt: Die Lohnbeiträge zur Rentenversicherung steigen nach 2030 selbst dann stark, wenn die Leistungen für Rentner nicht weiter außer Plan verbessert werden. Höhere Leistungen für alle Rentner fordern jedoch Politiker fast aller Parteien mit dem Schlachtruf: „Haltet das Rentenniveau!“ Der suggeriert, dass die Renten absolut sinken würden, wenn die Politik nicht eingreift.

          Das stimmt nicht. Ein sinkendes Rentenniveau bedeutet, dass die gesetzlichen Renten geringer steigen als die Löhne. Die Rentner bekommen vom Wohlstandszuwachs weniger ab. Das ist unausweichlich, um die Jüngeren nicht zu überfordern. Mehr private oder betriebliche Vorsorge und ein späterer Rentenbeginn helfen aber, die Lücke auszugleichen.

          Heike Göbel

          Verantwortliche Redakteurin für Wirtschaftspolitik, zuständig für „Die Ordnung der Wirtschaft“.

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