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Altersvorsorge : Frauen erhalten nur halb so viel Rente wie Männer

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Ende vergangenen Jahres bekamen Männer in Westdeutschland im Schnitt 1078 Euro Rente ausgezahlt. Bei Frauen waren es 606 Euro. Bild: dpa

Rentnerinnen erhalten deutlich weniger Geld als Rentner. Laut Arbeitsministerium beziehen Frauen nur 47 Prozent von dem, was Männer erhalten. Hierfür gibt es viele Gründe – und auch einige methodische Einwände.

          Frauen erhalten in Deutschland weiterhin deutlich geringere Renten als Männer. Sie beziehen im Alter durchschnittlich 47 Prozent von dem, was Männer erhalten, berichtet die „Passauer Neue Presse“ am Samstag unter Berufung auf eine Antwort des Bundesarbeitsministeriums auf eine Anfrage der Grünen-Bundestagsfraktion. In den neuen Bundesländern liegt der Abstand den Angaben zufolge bei 28 Prozent, in den alten bei 58 Prozent.

          In den Zahlen berücksichtigt sind dem Bericht zufolge neben der gesetzlichen Rente auch die betriebliche und private Altersvorsorge sowie die Zusatzversorgung des öffentlichen Dienstes. Nicht enthalten sind  Zahlungen aus anderen staatlichen Sozialsystemen und private, vermögensabhängige Einkünfte wie beispielsweise Mieteinnahmen, Zinsen oder Dividenden, die gewöhnlich beiden Partnern gleichermaßen zur Verfügung stehen. Die Höhe der gesetzlichen Durchschnittsrente sagt deshalb nur wenig über den Wohlstand der Rentner in Deutschland aus.

          Die höheren Renten der Männer haben zahlreiche Gründe. Der wichtigste ist, dass in früheren Jahrzehnten häufig die klassische Rollenverteilung gelebt wurde: Der Mann ging arbeiten, seine Frau kümmerte sich um Haushalt und Kinder und baute deshalb nur deutlich geringere Rentenansprüche auf. Mit zunehmender Erwerbsbeteiligung der Frauen stiegen und steigen auch ihre Rentenansprüche. Seit 1995 hat sich der Unterschied bei den Altersbezügen von Männern und Frauen um 16 Prozentpunkte verringert, im Schnitt um 0,8 Prozentpunkte pro Jahr. Die Bundesregierung geht davon aus, „dass sich der Trend auch in Zukunft fortsetzen wird“, wie es in der Antwort des Ministerium heißt.

          Ende 2016 bekamen Männer im Westen im Schnitt 1078 Euro und im Osten 1171 Euro Rente ausgezahlt. Bei Frauen waren es 606 Euro beziehungsweise 894 Euro.

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          Grünen-Fraktionschefin Katrin Göring-Eckardt warf der Union vor, „die Altersarmut vieler Frauen mit Seelenruhe“ auszusitzen. „Durchschnittlich erhalten Frauen nur halb so viel Rente wie Männer. Und wenn es nach der Union geht, wird diese Differenz erst in rund 65 Jahren ausgeglichen sein“, sagte die Grünen-Politikerin der Zeitung.

          Es müsse Frauen erleichtert werden, eine eigenständige Alterssicherung aufzubauen. Das gehe „durch einen Arbeitsmarkt ohne Diskriminierungen, gute Angebote bei der Kinderbetreuung, durch ein Rückkehrrecht zur Vollzeit, ein stabiles Rentenniveau und attraktivere Bedingungen bei betrieblicher und privater Vorsorge“.

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