https://www.faz.net/-gqe-8z62x

Mehrbelastungen : Rentenkasse macht 2,2 Milliarden Euro Minus

Mütterrente und Rente mit 63 führen zu steigenden Ausgaben. Bild: dpa

Die Deutsche Rentenversicherung hat im vergangenen Jahr etwas mehr ausgezahlt als eingenommen. 2,2 Milliarden Euro Defizit sind aber überraschend wenig.

          1 Min.

          Die Deutsche Rentenversicherung hat das vergangene Jahr mit einem Defizit von 2,2 Milliarden Euro abgeschlossen. Sie nahm 280,5 Milliarden Euro aus Beiträgen und Steuerzuschüssen ein und gab insgesamt 282,7 Milliarden Euro aus. Das teilte die Deutsche Rentenversicherung Bund am Montag mit.

          Dietrich Creutzburg

          Wirtschaftskorrespondent in Berlin.

          Allerdings verfügt die Sozialkasse nach wie vor über ein hohes Finanzpolster. Ihre sogenannte Nachhaltigkeitsrücklage belief sich Ende 2016 auf 32,4 Milliarden Euro. Das entspricht dem 1,62-fachen dessen, was sie monatlich an Renten auszahlt.

          „Diese Entwicklung ist nicht Ausdruck einer schlechten Lage der Rentenversicherung, sondern Folge des gesetzlich vorgegebenen und geplanten Abbaus der Rücklagen“, hob die Rentenversicherung hervor. Sie erinnerte damit an die 2014 von der großen Koalition durchgesetzte Ausweitung der Mütterrente, die zu Mehrausgaben von jährlich gut 6 Milliarden Euro führte, und an die abschlagsfreie Rente ab 63, die mit rund 3 Milliarden Euro zu Buche schlägt.

          Tatsächlich stellt sich die Finanzlage der Rentenversicherung gemessen an diesen Mehrbelastungen weiterhin vergleichsweise günstig dar. Zwar werden weitere jährliche Defizite in den kommenden Jahren für ein Abschmelzen der Nachhaltigkeitsrücklage sorgen.

          Die Sozialkasse geht aber davon aus, dass das bestehende Finanzpolster ausreichen wird, um zumindest bis zum Jahr 2021 ohne eine Erhöhung des Beitragssatzes auszukommen. Dieser beträgt derzeit 18,7 Prozent des Bruttolohns. Hintergrund der vergleichsweise günstigen Entwicklung ist die gute Beschäftigungslage, die für eine hohe Zahl an Beitragszahlern sorgt.

          Weitere Themen

          Topmeldungen

          Kampf gegen Corona : Dem Virus davonfliegen

          Die ersten Länder haben damit begonnen, ihre Bürger aus Wuhan auszufliegen. Für die politische Führung in Peking wird die Lage kritisch, viele Chinesen rufen nach Konsequenzen. Dafür geht es dem ersten deutschen Erkrankten besser.
          Ein Landwirt pflügt ein Feld bei Müncheberg in Brandenburg. (Archivfoto)

          Ostdeutsche Landwirtschaft : Die Umwandlung der LPG ist Geschichte

          30 Jahre nach der Wiedervereinigung bleibt die Veränderung der Besitzverhältnisse in Ostdeutschland umstritten. Viele frühere Mitglieder der LPG fühlten sich als private Landwirte um ihre Chancen beraubt.

          Newsletter

          Immer auf dem Laufenden Sie haben Post! Abonnieren Sie unsere FAZ.NET-Newsletter und wir liefern die wichtigsten Nachrichten direkt in Ihre Mailbox. Es ist ein Fehler aufgetreten. Bitte versuchen Sie es erneut.
          Vielen Dank für Ihr Interesse an den F.A.Z.-Newslettern. Sie erhalten in wenigen Minuten eine E-Mail, um Ihre Newsletterbestellung zu bestätigen.