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41,6 Prozent : So tief fällt das Rentenniveau

  • Aktualisiert am

Im November will Andrea Nahles (SPD) ihr Rentenkonzept vorlegen. Bild: dpa

Immer mehr Rentner müssen von weniger Beitragszahlern finanziert werden: Die Bundesregierung hat nun ausgerechnet, was das bis zum Jahr 2045 bedeuten würde.

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          Ohne neue Reformschritte sinkt das Rentenniveau in Deutschland bis 2045 voraussichtlich auf 41,6 Prozent. Das geht aus neuen vorläufigen Berechnungen des Bundessozialministeriums hervor, die an diesem Mittwoch bekannt geworden sind.

          Bis zum Jahr 2035 dürfte das Sicherungsniveau demnach von heute 47,8 Prozent auf weniger als 43 Prozent fallen. Nach geltendem Recht darf das Rentenniveau - das Verhältnis der Rente nach 45 Jahren Arbeit zum Durchschnittseinkommen - bis zum Jahr 2030 nicht auf weniger als 43 Prozent sinken. Sozialministerin Andrea Nahles (SPD) hatte angekündigt, sich für eine „Haltelinie“ stark machen zu wollen. Im November will sie ein Rentenkonzept vorlegen.

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          Forderungen machen bereits die Runde, das Rentenniveau zu erhöhen. Sollte die Politik hier nachgeben, würde sie künftige Beitragszahler einseitig belasten, schätzt der Rentenexperte Bernd Raffelhüschen: „Wer die Beibehaltung des
          heutigen Rentenniveaus fordert, beseitigt keine Altersarmut, sondern belastet einseitig zukünftige Generationen.“ Und er nennt eine erschreckende Zahl dazu: „Ab 2040 müssten die Beitragszahler voraussichtlich fast 27 Prozent ihres Einkommens in
          die gesetzliche Rentenversicherung einzahlen. Profitieren würden Rentner, die im Durchschnitt nur 20 Prozent gezahlt haben.“

          Raffelhüschen diskutierte während einer Veranstaltung der Initiative Neue Soziale Marktwirtschaft (INSM) mit dem Finanzstaatssekretär Jens Spahn (CDU) und dem SPD-Rentenexperten Karl Lauterbach. Dabei wurde deutlich, dass das Thema Rente einer der zentralen Streitpunkte im Bundestagswahlkampf 2017 werden
          könnte. Spahn sagte: „Wir haben die Rente für eine älter werdende Gesellschaft fit gemacht. Diesen Grundkonsens dürfen wir nicht aufgeben.“

          Gerade in einem Jahr, in dem die Renten so stark steigen wie lange nicht, solle nicht Rentenpolitik mit der Gießkanne betrieben werden. „Das hilft niemandem."

          Lauterbach wiederum kritisierte indirekt die Diskussion um einen späteren Rentenbeginn: „Ich kann die Finanzierungsprobleme der Rente nicht damit lösen, dass die Menschen die Rente gar nicht mehr erleben.“ Die Finanzierung der Renten müsse den Prinzipien der Solidarität und der Parität entsprechen. Langfristiges Ziel sei der Umbau der Rentenversicherung zu einer Erwerbstätigen-Versicherung für alle, „in die auch Abgeordnete, Freiberufler, Selbständige und Beamte
          einzahlen“.

          Raffelhüschen verwies darauf, wer für das Schrumpfen der Erwerbsbevölkerung verantwortlich sei und argumentierte aus Sicht künftiger Beitragszahler: „Dafür, dass ihr, die Rentner, so viele seid - dafür können wir doch nichts. Dafür aber, dass wir so wenige sind, dafür könnt ihr was. Das habt ihr doch selbst verursacht."

          „Eine Rentensenkung ist ausgeschlossen“

          Sein Fazit lautet: „Halten wir im Sinne der Generationengerechtigkeit doch bitte die Beiträge konstant und passen das Rentenniveau entsprechend der Fertilitätsleistung der jeweiligen Generationen an!"

          Hubertus Pellengahr, der Geschäftsführer der INSM, sagte, dass die Warnung vor sinkenden Renten jeglicher Grundlage entbehre: „Auch in Zukunft werden die Renten weiter steigen - lediglich nicht mehr ganz so deutlich wie die Löhne. Eine Rentensenkung ist sogar
          gesetzlich ausgeschlossen.“ Die Rentner des Jahres 2030 würden sich daher mehr leisten können als die jetzigen Rentner.

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