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„Paradise-Papers“ : Wilbur Ross im Paradies

Der frühere Hedgefondsmanager Wilbur Ross wird in Kürze 80 Jahre alt und ist der Senior in Trumps Regierung. Bild: Reuters

Der amerikanische Wirtschaftsminister versäumte es, Anteile an einer Firma offenzulegen, die auch der Familie des russischen Präsidenten Putins gehört. Erste Abgeordnete kritisieren, sie fühlen sich von ihm in die Irre geführt.

          Der amerikanische Wirtschaftsminister Wilbur Ross hat es unterlassen, private Geschäftsverbindungen mit einer russischen Firma offen zu legen, an der die Familie des russischen Staatspräsidenten Wladimir Putin Anteile hält. Die Geschäftsverbindung kam am Wochenende im Zuge der Offenlegung der sogenannten Paradies-Papiere durch ein Journalisten-Netzwerk heraus.

          Winand von Petersdorff-Campen

          Wirtschaftskorrespondent in Washington.

          Ross hatte im Zuge der üblichen Offenlegung seiner finanziellen Verhältnisse bei der Bestellung fürs Ministeramt mitgeteilt, er werde über seine eigene Private Equity-Gesellschaft Anteile an der Navigator Holding behalten, die eine Flotte von Flüssiggas-Tankern betreibt. Zahlreiche andere Beteiligungen will Ross nach eigenen Angaben verkaufen.

          Judopartner Putins

          Der Minister versäumte es anzugeben, dass dieses Unternehmen Millionengeschäfte mit dem russischen Unternehmen Sibur macht, das offenbar vom inneren Zirkel des Kremls beherrscht wird. Zu den Eigentümern gehört ein Schwiegersohn von Putin und ein russischer Unternehmer namens Gennady Timchenko, der wegen seiner engen Kreml-Kontakt auf der Sanktionsliste des amerikanischen Finanzministeriums steht. Er ist Freund und Judopartner Putins. Aus den internen Dokumenten wurde deutlich, dass Appleby, eine Rechtsanwaltsfirma auf den Bermudas, mehr als 60 Firmen für Ross in klassische Steueroasen betreut.

          Das amerikanische Wirtschaftsministerium veröffentlichte eine Stellungnahme, der zufolge Ross nicht in die Entscheidungen von Navigator Holding involviert sei, Geschäfte mit Sibur aufzunehmen. Er habe auch nie Kontakt mit den Eigentümern von Sibur gehabt und nichts über deren Verbindungen zum Kreml gewusst. Ross halte sich wegen seiner Geschäftsinteressen von sämtlichen Entscheidungen der Regierung fern, die Frachtflotten beträfen. Er habe zugleich stets Sanktionen gegen Russland unterstützt.

          Erste Senatoren haben indes mitgeteilt, Wilbur Ross habe sie während der Anhörung zur Bestätigung durch den Senat in die Irre geleitet. Der demokratische Senator Richard Blumenthal schrieb, Ross habe nicht nur ihn, sondern das ganze Land hinters Licht geführt.

          Ross hat eine wichtige Rolle in Donald Trumps Team im Präsidentschaftswahlkampf als Spender, Spendensammler und Berater für Handelsfragen gespielt. Gegen das Wahlkampfteam von Donald Trump wird wegen des Verdachts der Zusammenarbeit mit russischen Regierungsstellen ermittelt. Sonderermittler Robert Mueller hatte jüngst Klage gegen den zeitweiligen Wahlkampfmanager von Trump, Paul Manafort, und einen seiner Mitarbeiter eingereicht. Blumenberg verbreitete über Twitter die rhetorische Frage, warum so viele von Trumps Gefolgsleuten Schwierigkeiten hätten, ihre Verbindungen zur Russland offen zu legen.

          Ross, der Ende November 80 Jahre alt wird, hatte nach seiner Karriere als Investmentbanker und Berater sein Glück wie auch seine Milliarden als Investor vor allem in bankrotte Unternehmen in der Stahlbranche gemacht. Er gilt als Gegner des Freihandels und will vor allem das Nordamerikanische Freihandelsabkommen komplett erneuert wissen. Politisch stand er lange der demokratischen Partei nahe, bevor er im Jahr 2012 den republikanischen Spitzenkandidaten Mitt Romney und im Jahr 2016 Trump unterstützte.

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