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Kommentar : Was SPD und Oxfam voneinander trennt

Der indische Slum liegt hier direkt neben einem Wohnhaus: Arme und Reiche sind laut Oxfam trotzdem weit voneinander entfernt. Bild: Reuters

Zwischen Kampagne und gestaltender Politik liegt eine entscheidende Grenze. Die SPD hat vorerst den anspruchsvolleren Weg gewählt.

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          Zwei Organisationen, die im Namen der Gerechtigkeit auftreten, machen gerade großen Wirbel: Oxfam und die SPD. Beide nehmen für sich in Anspruch, die Armen und Schwachen gegen eine Übermacht der Reichen und Mächtigen zu verteidigen.

          Doch gibt es einen wichtigen Unterschied, der den Umgang mit Verantwortung betrifft: Oxfam ist eine Kampagnenorganisation. Sie hantiert einfach mit ein paar Vermögensstatistiken, um darauf möglichst plakative Forderungen zu stützen. Und wenn der Anführer, der sich „Kampagnenleiter“ nennt, diese mit viel Medienecho verkündet hat, ist die Mission erfüllt.

          Die SPD sah sich dagegen stets als politische Partei, gar als Volkspartei. Dazu gehört, nicht nur mit plakativen Forderungen für Aufmerksamkeit und Wirbel zu sorgen – sondern nach belastbaren Mehrheiten zu streben, um in der Regierung die Wirklichkeit zu gestalten. Große Teile der SPD träumen mittlerweile davon, sich wie die Linkspartei einfach an Oxfam zu orientieren.

          Kampagne ist leichter als gestaltende Politik, weil sie den Härtetest der politischen Wirklichkeit anderen überlässt. Eine nicht sehr große Mehrheit des SPD-Parteitags hat am Sonntag entschieden, vorerst auf dem anspruchsvollen Weg zu bleiben.

          Dietrich Creutzburg

          Wirtschaftskorrespondent in Berlin.

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