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Schwächen in der Überwachung : Was sich nach dem Wirecard-Skandal ändern muss

  • -Aktualisiert am

Der Schriftzug von Wirecard an der Firmenzentrale des Zahlungsdienstleisters in Aschheim Bild: dpa

Der Wirecard-Skandal hat die Schwächen der Aufsicht in Deutschland gnadenlos offengelegt. Nur durch Reformen kann das Vertrauen der Öffentlichkeit in den Kapitalmarkt zurückgewonnen werden. Drei Vorschläge.

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          Der Bilanzskandal der Wirecard AG ist eine Chance für Deutschland, die Aufsichtsfunktionen des Kapitalmarkts endlich auf internationales Niveau zu heben. Insbesondere die Finanzaufsicht Bafin sowie die ihr unterstellte Deutsche Prüfstelle für Rechnungslegung (DPR) und die Wirtschaftsprüfer von E&Y haben nach jetzigem Stand in ihrer Aufsichtsfunktion versagt und sind reformbedürftig.

          Was sind die Ursachen des Skandals? Wir sehen drei Ursachen. Erstens, die Industrie beeinflusst die Gesetzgebung. Bilanzregeln und -gesetze stellen einen „thin political market” dar. Ein Bereich, der esoterisch wirkt und außerhalb des öffentlichen Interesses liegt. In „normalen” Zeiten nutzen Lobbyisten das öffentliche Desinteresse um selbstregulierende Maßnahmen zu den Bedingungen der Industrie durchzusetzen. Die DPR – auch „Bilanzpolizei“ genannt – wurde zum Beispiel als Antwort der Industrie auf die Kritik an fehlenden Kontrollen im Zusammenhang mit Bilanzskandalen in den frühen 2000er Jahren eingerichtet.

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