https://www.faz.net/-gqe-9o1fq

Gewalt an Nutztieren : Männchen haben’s schwer

Das stärkste Männchen gibt in der Natur den Ton an. Doch bei der Nutztierhaltung haben Männchen keinen Wert. Bild: dpa

Küken werden geschreddert, Ferkel kastriert. Und Kälbchen dürfen erst gar nicht zur Welt kommen. Wohin man auch blickt, die Männchen müssen leiden. Was würde ein Gleichstellungsbeauftragter für Nutztiere dazu sagen?

          4 Min.

          Gleichberechtigung ist kein Konzept aus dem Tierreich. Aus menschlicher Warte betrachtet, haben es die Männchen dort meistens besser. Entweder sehen sie fescher aus als ihre weiblichen Partner, das gilt etwa für Pfauen mit ihren prächtigen Federn und Erpel mit ihrem bunten Gefieder. Oder sie sind viel größer und stärker, man schaue sich nur Hirsche und Löwen an, die auch noch Geweihe und Mähnen haben. Oft genug geht damit eine Machtposition einher: Das stärkste Männchen im Rudel gibt den Ton an, kann sich seine Geschlechtspartner womöglich sogar aus einem ganzen Harem von Weibchen aussuchen.

          Sebastian Balzter

          Redakteur in der Wirtschaft der Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung.

          So lustig geht es für die Männchen aber nur in freier Wildbahn zu. In den Ställen und auf den Weiden sieht das Geschlechterverhältnis gerade umgekehrt aus. Hier haben es die Männchen schwer. Sie geben keine Milch, sie legen keine Eier, sie bringen weniger Schlachtgewicht auf die Waage. Ihr Nutzen ist also begrenzt, sie werden für die Nahrungsmittelproduktion kaum gebraucht. Noch schlimmer: Sie stören mit Paarungsdrang, Revierverhalten und Balzgehabe häufig den reibungslosen Mast- und Weidebetrieb, den sich die Landwirte wünschen. Sie zu halten, kostet trotzdem Geld. Deshalb geht es den Männchen massenhaft an den Kragen.

          Testen Sie unsere Angebote.
          Jetzt weiterlesen

          Testen Sie unsere Angebote.
          F.A.Z. PLUS:

          FAZ.NET komplett

          : Neu

          F.A.Z. Woche digital

          F.A.Z. Digital – Jubiläumsangebot!

          Diese und viele weitere Artikel lesen Sie mit F+

          Wer zu den Besten in der Forschung gehören möchte, muss sich den Platz hart erkämpfen. Auch in Deutschland gibt es hierfür inzwischen Graduiertenschulen, die die Promovierenden unterstützen.

          Spitzenforschung : Wo die Promotion zur Selektion wird

          Amerikas Dominanz in der Spitzenforschung hat auch die hiesige Nachwuchsförderung kräftig umgekrempelt. Wer oben mitspielen will, muss an eine Graduiertenschule und sich von dort aus die begehrten Plätze erkämpfen.
          Sogenannte Fußballfans in Bulgarien, einem „der tolerantesten Länder der Welt“?

          Gegen den Hass : Die Strafen müssen weh tun

          Im Fußball hat sich ein Klima entwickelt, in dem sich Rassisten und Nazis ungeniert ausleben. Sanktionen schlugen bislang fehl. Ohne Punktabzüge und Disqualifikationen wird es nicht gehen. Aber selbst das reicht nicht.