https://www.faz.net/aktuell/wirtschaft/was-im-15-milliarden-paket-von-olaf-scholz-steckt-18192134.html

Wandelpapier, Wohngeld, Umlage : Was im 15-Milliarden-Paket von Scholz steckt

Wird teilverstaatlicht: Der deutsche Staat übernimmt 30 Prozent der Anteile an dem Energiekonzern Uniper. Bild: dpa

Die Bundesregierung rettet Uniper. Die Rechnung bezahlen nicht nur die Steuerzahler, sondern auch die Gaskunden. Auf sie kommt eine neue Umlage zu, gleichzeitig winkt mehr Wohngeld.

          4 Min.

          Für wie gravierend die Bundesregierung eine Krise hält, lässt sich auch daran ablesen, wer sich dazu äußert. Als die Bundesregierung im Mai 2020 bei der wegen Corona lahmgelegten Lufthansa einstieg, war es Wirtschaftsminister Peter Altmaier (CDU), der vor die Kameras trat und die Details vorstellte. Im Fall Uniper war das am Freitag anders: Diesmal traten nicht der Wirtschafts- oder der Finanzminister vor die Presse, die das Rettungspaket für den angeschlagenen Energiekonzern in den vergangenen Tagen ausgehandelt hatten. Stattdessen verkündete Bundeskanzler Olaf Scholz (SPD) im Kanzleramt den Vollzug – und weitere Entlastungen für die Bürger.

          Wieder ein Lehman-Moment

          Helmut Bünder
          Wirtschaftskorrespondent in Düsseldorf.
          Julia Löhr
          Wirtschaftskorrespondentin in Berlin.

          Scholz’ Auftritt erinnerte an den von Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) und Finanzminister Peer Steinbrück (SDP) nach der Insolvenz der Investmentbank Lehman Brothers. In der Finanzkrise lautete die Botschaft, das Geld der Sparer sei sicher. Scholz’ Botschaft in der Energiekrise jetzt ist diese: „Niemand wird mit den Herausforderungen allein gelassen.“ Für Uniper bedeutet das: Der Staat hilft mit Eigenkapital und Krediten im Volumen von 15 Milliarden Euro. Konkret übernimmt der Bund 30 Prozent an Uniper und zeichnet eine Pflichtwandelanleihe über 7,7 Milliarden Euro, die später in Eigenkapital umgewandelt wird.

          Testen Sie unser Angebot.
          Jetzt weiterlesen.
          Testen Sie unsere Angebote.
          F.A.Z. PLUS:

            FAZ.NET komplett

          Diese und viele weitere Artikel lesen Sie mit F+
          Die Aussichten auf Wirtschaftswachstum sehen für Deutschland im nächsten Jahr nicht gut aus.

          Konjunktur : Deutschland ist das Schlusslicht

          Kaum ein anderes Land im Euroraum hat derart schlechte Aussichten auf Wachstum. Vor allem ein Nachbarland eilt weit voraus.