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Bsirskes Zeit bei Verdi : Immer wieder Frank

Frank Bsirske im öffentlichen Dienst: Gemessen an der Dauer seiner Amtszeit, übertrifft der Vorsitzende und Mitgründer der Gewerkschaft Verdi sogar Bundeskanzler Helmut Kohl. Bild: action press

Verdis Vorsitzender Frank Bsirske geht in Rente. 19 Jahre lang leitete er die größte Baustelle der Gewerkschaftsbewegung. Fertig ist sie noch nicht.

          6 Min.

          Zirske? Pirske? Der Tag, an dem ein gewisser Frank Bsirske schlagartig bekannt wurde, liegt knapp 19 Jahre zurück. Es war ein Novembermorgen auf dem Bundeskongress der Gewerkschaft Öffentliche Dienste, Transport und Verkehr (ÖTV) in Leipzig. Nach einer enttäuschenden Tarifrunde herrschte miese Stimmung. Zudem quälte sich die ÖTV mit Plänen für einen komplizierten Umbau gewerkschaftlicher Organisationsstrukturen. Und als ob das nicht genügte, hatte Bundeskanzler Gerhard Schröder (SPD) mit seinem Gastauftritt soeben die Gewerkschaftsbewegung vor den Kopf gestoßen. „Und damit basta!“, verbat er sich weitere Kritik an der geplanten Rentenreform. Auch dieser Ausspruch wurde schnell berühmt.

          Dietrich Creutzburg

          Wirtschaftskorrespondent in Berlin.

          In der ÖTV traf der Ärger der Delegierten indes den Vorsitzenden Herbert Mai. Eigentlich wollte er für weitere Jahre im Amt bestätigt werden, doch unter dem Eindruck der Stimmung zog er kurzfristig zurück. Einen halben Tag vor der Wahl gab es plötzlich keinen Kandidaten mehr – bis dann über Nacht irgendjemand aus Hannover herbeigerufen wurde; dessen Name auch Delegierten nicht geläufig war. Am nächsten Morgen trat dieser Jemand, ein freundlich dreinblickender Herr mit Schnauzbart, vor den Kongress. Stellte sich mit einer kämpferischen Rede vor. Und wurde mit 95 Prozent der Stimmen zum ÖTV-Chef gewählt.

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