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Deutsche Wirtschaft : Die neue Liebe zu den Grünen

Im Nimbus der Sonnenblume: Robert Habeck und Annalena Baerbock Bild: dpa

Unternehmer hoffen plötzlich auf Annalena Baerbock und Robert Habeck. Wenn sie da mal nicht enttäuscht werden.

          5 Min.

          Die Grünen-Chefin kam auf ziemlich hohen Schuhen, wie meistens, aber diesmal hatte sie die Farbe Rot gewählt. Man hätte also auf Aggression tippen können, als Annalena Baerbock am Dienstag zu den deutschen Industriellen sprach, analog zur Kanzlerin, die wenige Stunden zuvor in roter Jacke ziemlich frech auf die Vorhaltungen des Verbandspräsidenten geantwortet hatte.

          Ralph Bollmann

          Korrespondent für Wirtschaftspolitik und stellvertretender Leiter Wirtschaft und „Geld & Mehr“ der Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung in Berlin.

          Aber Baerbock machte es anders als Merkel, sie zählt ja noch nicht zur Regierung und war von daher keine Zielscheibe der Kritik. Ihr kam das Schlusswort am Ende der Veranstaltung zu, schon das war Ehre genug. Dann wurde sie auch noch mehrfach durch Szenenapplaus unterbrochen, erst, als sie das Engagement des Industrieverbands BDI für das vereinte Europa lobte und dann, als sie Attacken gegen unfaire Handelspraktiken der Chinesen ritt. Sogar das Versprechen, klimafreundliches Wirtschaften künftig stärker zu honorieren, quittierten die Manager mit Beifall. Weniger gewinnträchtige Aspekte der Umweltpolitik überging die Rednerin mit dem charmanten Hinweis, es solle ja „für uns alle ein schöner Nachmittag werden“.

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