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Erstwähler-Erfolg der FDP : Der gelbe Nachwuchs

Ria Schröder, 29, frisch gewählte Abgeordnete aus Hamburg. Bild: dpa

Bei den Erstwählern lag die FDP vor den Grünen auf Platz 1. Das verändert die Partei. Und beeinflusst das Regieren.

          5 Min.

          Es ist noch gar nicht lange her, da sah die FDP ziemlich alt aus. Der Kampf gegen die Erderwärmung, ließ der heute 42 Jahre alte Christian Lindner zu Beginn der Klima-Proteste einst wissen, sei „eine Sache für Profis“; von Kindern und Jugendlichen könne man „nicht erwarten, dass sie bereits alle globalen Zusammenhänge, das technisch Sinnvolle und das ökonomisch Machbare sehen“. Für manche wirkte Lindner damals fast wie ein politischer Greis, zumal er seit gut zwei Jahrzehnten Berufspolitik betreibt, länger also, als die Dauerkanzlerin Angela Merkel überhaupt im Amt ist. In Umfragen dümpelte seine Partei damals bei Werten, die deutlich unter dem Resultat der Bundestagswahl 2017 lagen.

          Ralph Bollmann
          Korrespondent für Wirtschaftspolitik und stellvertretender Leiter Wirtschaft und „Geld & Mehr“ der Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung in Berlin.

          Und jetzt das: Die Partei hat nicht nur nicht verloren, sie hat sogar ein bisschen hinzugewonnen. Wichtiger noch für das eigene Selbstbewusstsein: Bei den 18- bis 21-Jährigen, die zum ersten Mal ihre Stimme abgeben durften, kam die FDP mit einem Stimmenanteil von 23 Prozent auf den ersten Platz, knapp vor den Grünen mit 22 Prozent, die bisher als politischer Favorit der klimabewegten Jugend galten. Die vermeintlich Großen, die SPD und erst recht die Union, folgten erst mit deutlichem Abstand auf dem dritten und vierten Rang. In der gesamten Altersgruppe der unter 30-Jährigen mussten die Freien Demokraten der Ökopartei zwar knapp den Vortritt lassen, mit 19 Prozent Zuspruch schnitt die FDP hier aber immer noch erheblich besser ab als in jeder anderen Altersgruppe. Unter den Wählern jenseits der sechzig kam sie hingegen nur auf acht Prozent.

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