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Umstieg auf LTE und 5G : Was das Aus von 3G für Handynutzer bedeutet

Ob 2G, 3G, 4G, 5G: Hauptsache, die Verbindung hält. Bild: dpa

Die UMTS-Netze werden im kommenden Jahr abgeschaltet. Das hat von Millionen für Kunden Folgen. Sie erwartet Teuerungen oder langsames Internet.

          3 Min.

          Im Mobilfunk geht eine Ära zu Ende. Das UMTS-Netz wird nach und nach abgeschaltet und dürfte in Deutschland spätestens 2022 Geschichte sein. Auch wenn es sich nur noch um eine Minderheit handelt: Auf Millionen von Kunden hat dieser Schritt spürbare Auswirkungen. Für viele dürfte die Handynutzung künftig teurer werden, oder es droht ein quälend langsames Online-Erlebnis. Ungeachtet dessen hinterlässt 3G, der Funkstandard der dritten Generation, eine zwiespältige Bilanz. Mit ihm startete einerseits das Immer-dabei-Internet. Zugleich trägt er, glaubt man der Branche, letztlich eine Mitschuld daran, dass hierzulande noch immer Funklöcher klaffen.

          Helmut Bünder

          Wirtschaftskorrespondent in Düsseldorf.

          Thiemo Heeg

          Redakteur in der Wirtschaft.

          Denn mit 3G alias UMTS verbinden sich für die Branchenunternehmen ebenso gigantische wie nach ihrer Einschätzung unnötige Ausgaben, die bis heute nachwirken. Für umgerechnet 51 Milliarden Euro ersteigerten sie im Jahr 2000 vom Bund die für den Frequenzbetrieb notwendigen Lizenzen. Geld, das für den Ausbau der Netze fehlte, so die Argumentation von Deutscher Telekom, Vodafone und Telefónica. Aber niemand wollte das große Geschäft verpassen. Letztlich war 3G die Voraussetzung für den Online-Zugang unterwegs. Heute dagegen betrachten die Mobilfunker UMTS allenfalls als Klotz am Bein. „Die 3G-Abschaltung ist alternativlos“, sagt Vodafones Technikchef Gerhard Mack. Man benötige die belegten Frequenzen für den Ausbau der LTE- und 5G-Netze. Gerne rechnet Vodafone vor, warum es notwendig sei, „sich von veralteten Technologien zu trennen“: Mit LTE etwa surften die Kunden zehnmal flotter als mit UMTS. Zudem erreiche Vodafones LTE heute 98,6 Prozent der Haushalte in Deutschland, 3G dagegen nur etwa 80 Prozent. Und 4G benötige für die gleiche übertragene Datenmenge rund siebenmal weniger Strom.

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