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Jerome Powell : Dieser Mann wird der mächtigste Notenbanker der Welt

Jerome Powell wird von Präsident Trump als sein Fed-Chef-Kandidat im Garten des Weißen Hauses vorgestellt. Bild: Reuters

Donald Trump wählt den Juristen Jerome Powell an die Spitze der Federal Reserve. Der hat Erfahrung in Verwaltung und der freien Wirtschaft. Was wird er tun?

          Jerome Powell rückt auf eine der einflussreichsten Positionen der Weltwirtschaft. An der Spitze der amerikanischen Notenbank Federal Reserve bestimmt er nicht nur die Geldpolitik für die größte Volkswirtschaft des Planeten. Weil der Dollar nach wie vor die unangefochtene Weltleitwährung ist und deswegen auch vielfach außerhalb Amerikas verwendet wird, entfalten Entscheidungen der Zentralbank in Washington auch Zigtausende Kilometer entfernt Wirkung. Deswegen erwarteten Wirtschaftspolitiker und Anleger rund um die Welt mit Spannung, wen der amerikanische Präsident Donald Trump für diesen Posten auswählen wird. Spannend hat Trump es selbst gemacht: Mit teils an eine Reality-Show erinnernden Mitteln hat er Spekulationen, wer der nächste Fed-Chef werden könnte, bis kurz vor Bekanntgabe seiner Entscheidung befeuert.

          Alexander Armbruster

          Verantwortlicher Redakteur für Wirtschaft Online.

          Nun also Jerome Powell. Doch wer ist das? International und einer breiteren Öffentlichkeit ist er bislang nicht sonderlich bekannt. Und was wird Powell an der Spitze der Notenbank tun? Entscheidet er ähnlich wie die derzeitige Notenbank-Chefin Janet Yellen, deren Amtszeit im Februar endet? Oder ganz anders?

          Wie Yellen - nur anders

          Wirklich wissen werden das die Anleger an den Finanzmärkten und alle anderen Interessierten natürlich erst, nachdem Powell seinen Posten bezogen, erste Entscheidungen getroffen und Reden gehalten haben wird. Allerdings gibt es Indizien, wie er sich wohl verhalten könnte. Zunächst einmal gehört der Vierundsechzigjährige dem Führungsgremium der Notenbank seit dem Jahr 2012 an - er kommt also nicht von außerhalb, weiß aus dem Innenleben der mächtigen Behörde, wie die Geldpolitik zustande kommt. Mit der Amtsinhaberin soll er gut zusammen gearbeitet haben. Wenn es darum ging, die künftigen Leitzinsen festzulegen oder über Anleihekäufe zu befinden, stimmte er so wie die Amtsinhaberin Yellen.

          Unter Finanzmarktteilnehmern herrscht darum die Einschätzung, der geldpolitische Kurs werde sich nicht nennenswert ändern, wenn überhaupt; mit Zinserhöhungen dürfte es die Notenbank weiter nicht sonderlich eilig haben - solange die Wirtschaft weiter wächst, die Arbeitslosigkeit niedrig bleibt und die Teuerungsrate gedämpft ist. So hat es Yellen gehalten und so wird es, so lautet die ziemlich einhellige Auffassung, unter Powell mutmaßlich bleiben.

          Schon im Dienst unter George H. W. Bush

          Ein möglicherweise wichtiger Unterschied zwischen dem designierten Fed-Vorsitzenden Powell, der Amtsinhaberin Yellen und deren Vorgänger Ben Bernanke liegt im beruflichen Werdegang zuvor. Yellen wie Bernanke waren Wirtschaftsforscher mit guter akademischer Reputation, bevor sie in den Dienst der Notenbank und schließlich an deren Spitze wechselten. Das ist in der modernen Geldpolitik nicht unüblich, weil die dahinterstehende Theorie und die in der Praxis angewendeten Instrumente und Analysemethoden mathematisch teilweise sehr anspruchsvoll sind.

          „Vor diesem Hintergrund sehen viele einen Doktorgrad (in Wirtschaft) als Vorbedingung für jeden Fed-Vorsitzenden“, kommentierte denn auch Jeffrey Frankel, selbst ein angesehener Ökonom an der Harvard-Universität.

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