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EU-Ausstieg und die Folgen : Was bedeutet der Brexit für Menschen und Konzerne?

Die Flagge der EU wird überdeckt von der britischen Fahne. Bild: dpa

Der geplante britische EU-Ausstieg bringt eine Reihe Unwägbarkeiten für Bürger und Unternehmen. Unsere Autoren haben die wichtigsten Fragen gesammelt und für Sie übersichtlich beantwortet.

          4 Min.

          Braucht man für eine Reise nach Großbritannien bald ein Visum?

          Julia Löhr

          Wirtschaftskorrespondentin in Berlin.

          Andreas Mihm

          Wirtschaftskorrespondent in Wien.

          Marcus Theurer

          Redakteur in der Wirtschaft der Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung.

          Vermutlich nicht. Die Europäische Kommission hat den Briten vorgeschlagen, dass für Kurzaufenthalte – bis zu 90 Tage in einem Zeitraum von 180 Tagen – kein Visum nötig sein soll. Diese Zusicherung für alle Staatsangehörige des Vereinigten Königreichs soll aber nur dann gelten, wenn auch die EU-Bürger in Großbritannien von der Visumspflicht befreit werden.

          Was passiert, wenn man im anderen Land lebt und arbeitet?

          Kommt das Austrittsabkommen doch noch zustande, würde es eine Übergangsphase bis zum 31. Dezember 2020 beinhalten. In dieser Zeit würde Großbritannien wie ein EU-Mitgliedstaat behandelt, die Freizügigkeitsregeln würden weiter gelten. Ohne Abkommen sieht die Sache anders aus. Die Bundesregierung betont, dass auch im Fall eines „No Deal“ kein Brite sofort aus Deutschland ausreisen müsse. Geplant sei eine Übergangszeit von zunächst drei Monaten. Die britische Regierung wiederum hat im Dezember angekündigt, dass EU-Bürger auch im Falle eines No-Deal-Brexit weiter in Großbritannien leben und arbeiten dürften. Voraussetzung dafür sei aber, dass sie zum Zeitpunkt des EU-Austritts die Anforderungen für eine dauerhafte Aufenthaltsgenehmigung („settled status“) erfüllen. Dafür müssen EU-Ausländer unter anderem fünf Jahre im Königreich gelebt haben. Die Anträge für die Aufenthaltsgenehmigung müssen bis Ende des Jahres 2020 eingereicht werden. Wer die Voraussetzungen erfüllt, kann auch einen Antrag auf Einbürgerung im jeweils anderen Land stellen. Um zwei Pässe behalten zu dürfen, ist aber Eile geboten, denn die doppelte Staatsangehörigkeit gilt nur für EU-Bürger. Briten in Deutschland müssen ihren Antrag auf Einbürgerung nach Aussage der Bundesregierung vor dem Datum des Brexits gestellt haben, nach jetzigem Stand also vor dem 29. März, wenn sie ihren britischen Pass behalten wollen. Wann die Behörden den Antrag bearbeiten, spielt keine Rolle.

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