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Existenzangst der Bauern : Notruf aus dem Schweinestall

In den ersten Lebenswochen werden die Ferkel als Säuglinge zusammen mit ihrer Mutter in einem Stall-Abteil gehalten; das Gestell soll sie davor schützen, von der Sau zerquetscht zu werden. Bild: Lando Hass

Viele Landwirte fürchten um ihre Existenz, weil neue Regeln dem Vieh das Leben verschönern sollen. Und jetzt kommt auch noch die Schweinepest. Ein Besuch auf dem Bauernhof.

          9 Min.

          Die Afrikanische Schweinepest hat - wie seit Jahren befürchtet - Deutschland erreicht. Die Tierseuche ist für Menschen ungefährlich. Aber für die Schweinehalter im Land ist sie eine Bedrohung. Im schlimmsten Fall müssen infizierte Bestände gekeult werden, um eine weitere Ausbreitung zu verhindern. Schon jetzt hat China ein Importverbot für deutsches Schweinefleisch erlassen. Zuletzt wurden dorthin mehr als 350.000 Tonnen Schweinefleisch im Jahr aus Deutschland ausgeführt - eine gewaltige Menge. Und außerdem vor allem solche Teile, für die es in Deutschland keine Abnehmer gibt, zum Beispiel die Füße. Das macht China zum wichtigsten einzelnen Exportmarkt für deutsches Schweinefleisch. Die Entscheidung der Regierung in Peking wirkt sich deshalb auf Tausende Landwirte zwischen Flensburg und Garmisch-Partenkirchen aus. Und sie verschärft die Existenzsorgen, die in der Branche ohnehin schon umgehen. 

          Sebastian Balzter

          Redakteur in der Wirtschaft der Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung.

          Wie man Schweine hält, steht schon in der Odyssee. In dem altgriechischen Epos kommt der vermutlich berühmteste Schweinebauer der Weltliteratur vor: Eumaios, ein treuer Freund des Titelhelden Odysseus. Der Dichter Homer beschreibt, wie es bei Eumaios zugeht: „Innerhalb des Gehegs hatt’ er zwölf Köfen bereitet, / Einen nahe dem andern, zum nächtlichen Lager der Schweine. / Fünfzig der erdaufwühlenden Schweine lagen in jedem, alle gebärende Mütter.“ Von diesen 600 tragenden Sauen streng getrennt hatte Eumaios seine 360 Eber untergebracht, so erzählt es der an landwirtschaftlichen Details interessierte Dichter. Vier Hunde bewachten dem Text zufolge den antiken Großbetrieb, auf dem, die Ferkel hinzugerechnet, mehrere tausend Tiere gelebt haben müssen.

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