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Präsidentschaftskandidaten : Amerika hat Besseres verdient

„Amerika hat Besseres verdient“: Donald Trump (links) und Joe Bidden mit ihren Ehefrauen nach der ersten Präsidentschaftsdebatte Bild: dpa

Die Qual der Wahl, ist wortwörtlich eine Qual für die Amerikaner. Selbst auf die wichtigste Frage des Wahlkampfs boten die einzigen chancenreichen Kandidaten keine Antwort.

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          Amerikas Präsidenten pflegen nur dann schon nach vier Jahren nach Hause geschickt zu werden, wenn sie in ihrer Amtszeit mit einer Wirtschaftskrise konfrontiert werden. Drei von elf Nachkriegspräsidenten haben diese bittere Erfahrung gemacht. Die Verlierer heißen Gerald Ford, Jimmy Carter und George H. W. Bush. Ford regierte über die berüchtigte Stagflation, in der sich die Wirtschaft nicht von der Stelle bewegte, während die Preise in die Höhe schossen. Jimmy Carter musste mit den Folgen des „Volcker-Schocks“ leben. Zentralbank-Chef Paul Volcker hatte mit zweistelligen Leitzinsen dem Galopp der Inflation ein Ende gesetzt, um den Preis eines Wirtschaftseinbruchs. George H. W. Bush verprellte die Wähler mit einer Rezession zu Beginn der neunziger Jahre inklusive Sparkassen-Krise. Die drei Krisen nahmen die Bürger zum Anlass, ihren Präsidenten eine Amtszeitverlängerung zu verweigern.

          Das müsste Donald Trump zu denken geben und seinem Gegenspieler Joe Biden Hoffnung. Denn die Vereinigten Staaten machen gerade wieder eine Wirtschaftskrise durch. Das Publikum durfte deshalb erwarten, dass die Kandidaten für das Präsidentenamt die erste Fernsehdebatte dafür nutzen würden, um eine Wachstumsstrategie zu präsentieren. Eine Aufklärung in dieser wichtigen Frage war aber nicht erkennbar in der Debatte, die von Lügen, Beleidigungen, Aggressivität, Disziplinlosigkeit und der Verweigerung geprägt war, einen Austausch der Argumente zu ermöglichen.

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