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Lücken im Wirecard-Gesetz : Ein Auge auf die Wirtschaftsprüfer

  • -Aktualisiert am

Bild: Peter von Tresckow

Der Gesetzgeber hat schnell und einschneidend auf den Wirecard-Skandal reagiert. Doch einige Probleme bleiben ungelöst. Das könnte für übersteigerte Erwartungen gegenüber den Wirtschaftsprüfern sorgen.

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          Das höchste Gut an der Börse ist das Vertrauen. Es zu schützen ist Aufgabe der Unternehmensorgane, des Wirtschaftsprüfers und der staatlichen Finanzaufsicht. Dass mit Wirecard im vergangenen Sommer ein Dax-Unternehmen Insolvenz infolge von (Bilanz-)Manipulationen anmeldete, hat dieses Vertrauen in den deutschen Kapitalmarkt tief erschüttert und Zweifel an der Funktionsfähigkeit der Überwachung börsennotierter Aktiengesellschaften genährt. Als Reaktion hat der Bundestag am 20. Mai dieses Jahres das Finanzmarktintegritätsstärkungsgesetz (FISG) verabschiedet. Die meisten Neuregelungen des FISG sind am 1. Juli in Kraft getreten.

          Erklärte Zielsetzung des Gesetzes ist es, das Vertrauen in den deutschen Finanzmarkt wiederherzustellen und dauerhaft zu stärken. Hierbei kommt der Überwachungsqualität eine besondere Bedeutung zu, die wesentlich durch das Zusammenwirken von Aufsichtsrat und Abschlussprüfer bestimmt wird. Anders als die Bezeichnung des Wirtschaftsprüfers vermuten lässt, ist seine Aufgabe nicht die Überprüfung der Wirtschaftlichkeit des Unternehmens, sondern der Rechtmäßigkeit der Rechnungslegung. Weil die Öffentlichkeit vom Wirtschaftsprüfer regelmäßig mehr erwartet, spricht man von einer Erwartungslücke. Nachfolgend werden die Neuregelungen kritisch gewürdigt, die Aufsichtsrat und Abschlussprüfer betreffen. Dabei zeigt sich: Es gibt noch einige ungelöste Pro­bleme, die nach einer dringenden Korrektur durch den Gesetzgeber verlangen.

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