https://www.faz.net/aktuell/wirtschaft/warum-paul-achleitner-bei-der-deutschen-bank-in-der-kritik-stand-17708941.html

Deutsche-Bank-Chefaufseher : Paul Achleitner, der Ungeliebte

Von Goldman Sachs über die Allianz zur Deutschen Bank: Der Österreicher Paul Achleitner, 65, hat in der deutschen Finanzbranche alles gesehen. Bild: Jan Roeder

Paul Achleitner stand als Aufsichtsratschef der Deutschen Bank ständig in der Kritik. Trotzdem ist er zehn Jahre geblieben. Jetzt endet seine Zeit.

          8 Min.

          Man darf sich den Prozess ruhig schmerzlich vorstellen. Langjähriger Chefkontrolleur der größten deutschen Bank tritt ab. Ein Angezählter, viereinhalb Monate bleiben ihm noch, der Einfluss schwindet, die Macht zerrinnt. Die Nachfolge ist geregelt, alle wissen Bescheid. Drinnen läuft die große Übergabe, draußen warten sie auf den letzten Akt, die letzte Szene. Eine große Rede noch am 19. Mai. Dann fällt der Vorhang. Dann ist Schluss.

          Maja Brankovic
          Redakteurin in der Wirtschaft der Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung, zuständig für „Der Volkswirt“.

          Paul Achleitner könnte in diesem Moment auch ein Stein vom Herzen fallen. Der Mann war schließlich nicht der Aufsichtsratschef irgendeines Unternehmens. Sondern der Deutschen Bank. Zehn Jahre hat Achleitner diesen Posten gehalten, den man getrost zu den wichtigsten in der deutschen Wirtschaft zählen kann. Und zu den schwierigsten. Zehn Jahre, in denen es drunter und drüber ging – vorsichtig ausgedrückt. Vorstände kamen und gingen, Vorstandsvorsitzende auch. Der Börsenwert von einst ist dahin. Dabei war Achleitner im Jahr 2012 angetreten, um die Bank wieder aufzurichten und zu neuer Größe zu führen. Sie sollte mit den Größten der Branche in den USA mithalten können. Es sollte seine Lebenswerk vervollständigen. Jetzt stellt sich die Frage, was davon übrig bleibt.

          Testen Sie unser Angebot.
          Jetzt weiterlesen.
          Testen Sie unsere Angebote.
          F.A.Z. PLUS:

            FAZ.NET komplett

          Diese und viele weitere Artikel lesen Sie mit F+
          Hamburg: Ein Airbus-Transportflugzeug vom Typ Beluga fliegt im Landeanflug auf das Werksgelände in Finkenwerder über ein riesiges Containerschiff.

          Milliardär Gianluigi Aponte : Das Meer ist nicht genug

          Gianluigi Aponte, Gründer des Weltmarktführers MSC, greift mit der Lufthansa nach dem Nachfolger der Airline Alitalia. Nicht nur in der Seefahrt hat er seine Finger im Spiel. Wer ist der diskrete Milliardär?

          VW Polo im Fahrbericht : Sturm vor der Ruhe

          Der Polo ist so klassenlos wie der Golf. Wer sich für ihn entscheidet, fährt einen soliden Kleinwagen mit großem Talent. Volkswagen frischt ihn jetzt wieder auf. Womöglich zum letzten Mal.