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Patentschutz für Impfstoffe : Wir schaufeln unser eigenes Grab

  • -Aktualisiert am

Bei der Entwicklung und Weiterentwicklung von Impfstoffen geht es darum, Wissen zu teilen und von vorhandenem Wissen zu profitieren. Bild: dpa

Die Aussetzung der Impfstoffpatente bringt ärmeren Ländern keinen Vorteil und schadet der Innovationskraft. Ein Gastbeitrag.

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          Die Diskussion über die Aussetzung von Patenten geht durch alle Gesellschaftsschichten. Für uns ist der Patentschutz eine Lebensversicherung für künftige Generationen – nicht nur in den indus­trialisierten, vielmehr in allen Ländern der Welt. Der Wunsch vieler Länder nach raschem Zugang zu den Impfstoffen ist berechtigt, aber es gibt weit bessere und nachhaltigere Möglichkeiten, dieses wichtige Ziel zu erreichen, als die Aussetzung des Patentschutzes.

          Ein Aussetzen der Patente zum jetzigen Zeitpunkt brächte keine einzige Dosis Vakzine schneller zu den Menschen. Das liegt zum einen an der dort (noch) nicht vorhandenen pharmazeutischen Infrastruktur, vor allem aber an den nicht verfügbaren Fachkräften. Die in diesen Ländern hergestellten Generika oder Grundstoffe der pharmazeutischen Industrie erfordern einfachere Prozesse und Expertisen als die weit kompliziertere Herstellung von Impfstoffen. Auch die rasche Etablierung entsprechender Lieferketten ist kaum realisierbar: So benötigt der BioNTech-Impfstoff 280 Ingredienzien von 86 Zulieferern aus 19 Ländern.

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