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Der freundliche Gigant : Microsoft ist wieder cool

Microsoft hat sich von seiner misslichen Lage wieder erholt. Bild: dpa

Früher war Microsoft allgegenwärtig. Dann kamen Apple und das Smartphone – und damit der Wertverlust. Jetzt ist Microsoft sogar wertvoller als Google. Was ist da passiert?

          6 Min.

          Das Publikum war baff. Manchen verschlug es den Atem, andere kicherten. Vorne auf der Bühne stand Satya Nadella, der Vorstandsvorsitzende des Softwarekonzerns Microsoft, und hielt ein Gerät des ewigen Rivalen Apple in der Hand. „Es ist ein iPhone“, betonte Nadella, wie um seinem staunenden Zuschauern zu versichern, dass sie sich nicht etwas einbildeten.

          Roland Lindner

          Wirtschaftskorrespondent in New York.

          Es war ein denkwürdiger Auftritt, den Nadella 2015 auf einer Konferenz des Wettbewerbers Salesforce hinlegte; er hat ihn selbst in seinem Buch „Hit Refresh“ aus dem vergangenen Jahr beschrieben. Schon dass er sich überhaupt bei der Konkurrenz blicken ließ, war ungewöhnlich für einen Microsoft-Chef. Und dann verwendete er für eine Produktdemonstration auch noch ein iPhone. „Niemand hatte in der jüngeren Vergangenheit einen Microsoft-Chef gesehen, der ein Apple-Produkt herzeigt“, schreibt Nadella dazu. Es war freilich ein besonderes iPhone, denn die Front des Geräts war gespickt mit Anwendungen („Apps“) von Microsoft, etwa Outlook, Word oder Skype. Die Botschaft: Microsoft-Programme sind nicht nur für das hauseigene Ökosystem gedacht, sondern auch für konkurrierende Plattformen.

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