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Italien und die EU : Zahlmeister statt Sorgenkind

Das Bild des Kostengängers Europas trägt Italien zu Unrecht. (Symbolfoto) Bild: dpa

„Der Norden“ Europas zahlt für „den Süden“, und Deutschland als „oberster Zahlmeister“ der EU muss für die Italiener blechen? Was für ein Irrtum!

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          Es ist an der Zeit, ein paar Dinge zurechtzurücken. Seit sich abzeichnet, dass die EU mit viel Geld gegen die Viruslast in der europäischen Wirtschaft angehen will, hat sich in der deutschen Öffentlichkeit ein ziemlich schiefes Bild festgesetzt, oder besser: Es wurde reaktiviert. Die Leute sind sich erstaunlich einig, egal, ob sie mögliche Finanzhilfen als Beitrag zum Schlendrian ablehnen oder als Akt der Solidarität einfordern: „Der“ Norden des Kontinents zahle für „den“ Süden. Konkreter: „Die“ Deutschen müssten für „die“ Italiener blechen. So war es doch schon immer, auch in der Euro-Krise 2010 bis 2012. Oder etwa nicht?

          Ralph Bollmann

          Korrespondent für Wirtschaftspolitik und stellvertretender Leiter Wirtschaft und „Geld & Mehr“ der Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung in Berlin.

          Nein, so war und ist es nicht. In der Euro-Krise haben die wechselnden römischen Regierungen nie auch nur einen Cent an Hilfskrediten erhalten. Im Gegenteil: Sie haben sich an den Bürgschaften für die klammen Länder der Währungsgemeinschaft mit 125 Milliarden Euro beteiligt. Das ist nicht viel weniger als das deutsche Garantievolumen von 190 Milliarden Euro, und es entspricht dem italienischen Anteil an Bevölkerung und Wirtschaftskraft der Europäischen Union.

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