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Systemkritik : Warum Intellektuelle den Kapitalismus nicht mögen

  • -Aktualisiert am

Enjoy Capitalism — Viele Intellektuelle sehen in der Spontanität und Unberechenbarkeit eines kapitalistischen Systems eine Schwäche. Bild: David Moed

Den Antikapitalismus gibt es als linke oder rechte „Globalisierungskritik“, als Antiamerikanismus oder in der Gestalt des Ökologismus. Er enthält einen tragischen Widerspruch.

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          Antikapitalismus ist das am meisten verbreitete und überall praktizierte ideelle Bekenntnis unter Intellektuellen“, urteilte der amerikanische Historiker Alan S. Kahan. Der Soziologe Thomas Cushman formulierte: „In gewisser Hinsicht ist der Antikapitalismus zur zentralen Säule der säkularen Religion der Intellektuellen geworden, der Habitus moderner kritischer Intellektueller als Statusgruppe.“

          Selbst wenn bestritten werden sollte, dass die Mehrheit der Intellektuellen antikapitalistisch eingestellt ist, wird kaum jemand in Abrede stellen, dass die Kapitalismuskritik unter Intellektuellen stark verbreitet ist. Dies trifft auf linke Intellektuelle zu, jedoch auch auf viele rechte und konservative. Beide verbindet häufig ein Hang zum Etatismus, der Glaube, ökonomische und soziale Probleme seien vor allem durch aktives staatliches Handeln zu lösen. Alain de Benoist, Vordenker der französischen „Nouvelle Droite“, die in der Tradition von Denkern der „Konservativen Revolution“ der 20er Jahre in Deutschland steht, bekannte kürzlich: „Mein Hauptgegner war immer der Kapitalismus in ökonomischer Hinsicht, der Liberalismus in philosophischer und das Bürgertum in soziologischer Hinsicht.“

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