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Wegen Zentralismus : Frankreich als Problem für Europa

  • -Aktualisiert am

Brüderlichkeit? Viele Bürger sehen in Emmanuel Macron den Präsidenten der Reichen. Bild: MICHEL EULER/The New York Times/

Da politische Zentralisierung die Macht des Staates nach außen und im Inneren stärkt, verdrängt die Staatswirtschaft die Marktwirtschaft. Die Regierenden machen den Bürgern weis, dass der Markt versagt.

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          Betrachtet man die Geschichte Europas seit dem Mittelalter, so war Frankreich das erste große Sprachgebiet, das dauerhaft unter einer Herrschaft vereinigt wurde. Durch seinen Zentralstaat wurde Frankreich in Europa mächtig. Das war im 15. Jahrhundert, aber es wirkt bis heute nach. Zentralisierung ist in Frankreich nicht anrüchig, sondern gilt – auch für Europa – als Erfolgsrezept. Als Großstaat ist Frankreich gewohnt zu dominieren – nicht, sich auf einen Wettbewerb unter Gleichen einzulassen.

          In einem Großstaat hat der Herrscher mehr Macht über die Bürger als in einem kleinen Fürstentum. Das erklärt die extrem hohe Steuer- und Staatsausgabenquote, das dichte Netz der staatlichen Regulierungen, die Planification, das generelle Misstrauen gegenüber dem Markt und die Ablehnung des Wettbewerbs zwischen staatlichen Institutionen. Ein großer Wirtschaftsraum kommt auch eher ohne Außenhandel aus als eine freie Reichsstadt – daher der französische Hang zum Protektionismus.

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