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Schwangerschaftsabbrüche : Warum ein Abtreibungsverbot die USA krimineller machen wird

Protest in Washington: Bürger demonstrieren vor dem Supreme Court für das Recht auf Abtreibung. Bild: EPA

Amerika verschärft voraussichtlich die Möglichkeit zu Schwangerschaftsabbrüchen - mit schwerwiegenden Konsequenzen unter anderem für die Kriminalitätsrate des Landes. Davon sind zumindest Wissenschaftler überzeugt.

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          Vor knapp 50 Jahren fällte der amerikanische Supreme Court das bahnbrechende Urteil Roe gegen Wade, das Frauen das Recht auf Abtreibungen im ganzen Land zubilligte. Der jüngst durchgesickerte Urteilsentwurf weist eindeutig darauf hin, dass die Richter des aktuellen Supreme Courts die alte Entscheidung aufheben. Rund die Hälfte der Bundesstaaten hat gesetzliche Vorsorge für genau diesen Fall getroffen. Dort wird Abtreibung entweder verboten sein oder extrem erschwert.

          Winand von Petersdorff-Campen
          Wirtschaftskorrespondent in Washington.

          Welche unbeabsichtigte Konsequenzen die Verschärfung haben wird, ist schwer zu prognostizieren. Doch das Risiko steigender Kriminalität gehört dazu. Das erwarten zumindest die Ökonomieprofessoren Steven Levitt und John Donohue. Sie hatten im Mai 2001 eine empirische Studie über die Wirkung der Liberalisierung der Abtreibung nach „Roe gegen Wade“ veröffentlicht mit einem Ergebnis, das die politische Linke wie die Rechte gleichermaßen verstörte. Die Forscher fanden heraus, dass der überraschend starke Rückgang der Kriminalität in Amerika Mitte und Ende der Neunzigerjahre zur Hälfte auf die dramatische Zunahme an Abtreibungen nach dem bahnbrechenden Supreme-Court-Urteil zurückzuführen ist.

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