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Gigantische Staudenhibisken : Superhelden im Kübel

  • -Aktualisiert am

Ein rotes Auge blickt durch die Blüten der Sorte „Tansol“. Bild: Jens Haentzschel

Sie sind nicht nur knallige Angeber, sondern auch Gewinner des Klimawandels: Gigantische Staudenhibisken überstehen heiße und kalte Temperaturen und sind auch sonst pflegeleicht, wenn man ein paar Grundregeln beachtet.

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          Manchmal sind es nur Worte, die ganze Filme im Kopf entstehen lassen. Wer das Wort „Marvel“ hört und sich dazu etwas in der schrillen Comic-Popkultur auskennt, der denkt sich schnell durch das Universum der unsterblichen Superhelden wie Iron Man, Spider-Man, Black Widow, Ghost Rider oder Thor. Allesamt Marvel-Figuren mit Fähigkeiten, die auf den ersten Blick nicht auffallen, aber, wenn es drauf ankommt, einzigartig und nicht selten weltrettend sind.

          Für Pascal Klenart gibt es auch Pflanzen, die als Superhelden auftrumpfen und Hitze wie Frost vertragen. Besonders die gigantischen Staudenhibisken zählt der 31 Jahre alte Erfurter Gärtner dazu. „Das sind Pflanzen, die einen optisch umhauen. Die versuchen erst gar nicht, mit dem Kleckern anzufangen, sondern klotzen gleich mit der ersten Blüte und schieben dann dutzend- bis hundertfach immer neue Blüten hinterher.“ Was nicht verwundert, denn die Namen der Staudenhibisken könnten gut ins Marvel-Universum gehören: ’Berry Awesome‘, ’Fireball‘, ’Midnight Marvel‘, ’Summer Storm‘ oder ’Kopper King‘ könnten jederzeit Superhelden sein. Giganten im Beet mit besonderer Anziehungskraft sind sie auf alle Fälle.

          Gärtner Pascal Klenart wollte zunächst nicht an die Winterhärte der Exoten glauben. Sie haben ihn eines Besseren belehrt.
          Gärtner Pascal Klenart wollte zunächst nicht an die Winterhärte der Exoten glauben. Sie haben ihn eines Besseren belehrt. : Bild: Jens Haentzschel

          Die Vielfalt der Riesen- oder XXL-Hibisken hat sich in den vergangenen Jahren entwickelt. Pascal Klenart kam vor zehn Jahren das erste Mal mit den botanischen Angebern in Kontakt. Ein befreundeter Gärtner schenkte Klenarts Mutter einen Kübel mit der Sorte ’Midnight Marvel‘, ein Augenschmaus mit dunklem Laub und dunkelroter Blüte.

          Hibisken sind Gewinner des Klimawandels

          An die Winterhärte mochte der junge Gärtner bei diesen exotisch anmutenden Gewächsen irgendwie nicht so richtig glauben, trotzdem blieb der Kübel irgendwie im Herbst und Winter draußen stehen. Ein Versehen, doch entsprechend groß war die Überraschung, als sich im Juni erste Austriebe bemerkbar machten. Die Pflanze meldete sich ganz Superheldin ins Leben zurück und blühte dem Supersommer mit großem Hurra entgegen.

          Mit Wasser und Dünger konnte zwar die Blütenpracht des Vorjahrs nicht ganz erreicht werden, aber bei Pascal Klenart war neben der leicht gekränkten gärtnerischen Ehre das Interesse geweckt. Parallel zur Liebe wuchs bei ihm die Sammelleidenschaft. Er fing an, sich mehr und mehr mit den Staudenhibisken im XXL-Format zu beschäftigen. „Vielleicht mochte ich die Pflanze auch, weil ich fast zwei Meter groß bin und die Blüten mich quasi in Kopfhöhe anlächeln. Das kommt bei meinen winterharten Stauden nicht ganz so oft vor“, sagt er mit einem Schmunzeln.

          Die Sorte „Kopper King“ leuchtet pink.
          Die Sorte „Kopper King“ leuchtet pink. : Bild: Jens Haentzschel

          Heute hat er in seiner Gärtnerei fast 25 verschiedene Sorten, die zwischen Ende Juli und Anfang Oktober mit ihren Blüten von bis zu 40 Zentimeter Durchmesser locken. Für ihn sind die Pflanzen Gewinner des Klimawandels. „Wer sich auf diesen knalligen Wahnsinn im Topf einlässt, der wird an den Hibisken große Freude haben, denn sie sind recht pflegeleicht, vorausgesetzt, man beachtet drei Grundregeln“, erklärt Klenart. Der Standort sollte sonnig sein. In der Wachstumsphase benötigt der Hibiskus ausreichend Wasser und während des Wachstums dann etwas Dünger. Viel mehr Augenmerk braucht die Pflanze nicht.

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