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Euro-Zone : Warum die jüngsten Inflationszahlen die Zinswende gefährden

  • Aktualisiert am

Die Fahne der Europäischen Union (EU) spiegelt sich in einer Euro-Münze. Bild: dpa

Die Inflation im Euroraum hat sich im Dezember stärker abgeschwächt als erwartet. Die von der EZB angepeilte Marke von nahe zwei Prozent ist wieder weiter weggerückt – das macht die geplante Leitzinswende unwahrscheinlicher.

          Bröckelnde Energiepreise haben die Inflation in der Euro-Zone vor dem Jahreswechsel deutlich unter den Zielwert der Europäischen Zentralbank (EZB) sinken lassen. Die Teuerungsrate fiel im Dezember auf 1,6 von 1,9 Prozent im November, wie das Statistikamt Eurostat am Freitag in einer Schnellschätzung mitteilte. Volkswirte hatten mit 1,8 Prozent gerechnet. Die EZB peilt mittelfristig einen Wert von „unter, aber nahe zwei Prozent“ als ideal für die Konjunktur an. Energie verteuerte sich zuletzt nur noch um 5,5 Prozent. Im November waren es noch 9,1 Prozent.

          „Der stark gesunkene Rohölpreis nimmt dem Preisauftrieb spürbar Luft“, sagte Ökonom Alexander Krüger vom Bankhaus Lampe. Die Inflationsrate werde wohl auch in den nächsten Monaten eher unter der Zwei-Prozent-Marke liegen: „Der EZB dürfte eine Leitzinswende im Herbst schwerer fallen.“

          Die Währungshüter um EZB-Chef Mario Draghi wollen den Nullzins noch bis mindestens über den Sommer hinaus beibehalten. Der Italiener an der Spitze der Zentralbank wies unter anderem auf Unsicherheiten mit Bezug auf geopolitische Faktoren, die Gefahr des Protektionismus, Anfälligkeiten in Schwellenländern und Schwankungen an den Finanzmärkten hin.

          Die deutsche EZB-Direktorin Sabine Lautenschläger geht davon aus, dass die Inflationsentwicklung im ersten Halbjahr entscheidend dafür sein wird, ob sich die Zentralbank noch dieses Jahr zu einer Zinserhöhung durchringen kann. Sie persönlich „hoffe und gehe davon aus, dass wir noch eine Änderung sehen in 2019“, sagte sie jüngst im Deutschlandfunk. 

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