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Handel mit Diktaturen? : Deutsche Manager werben um Putins Gunst

  • -Aktualisiert am

Grüß Gott: Wladimir Putin hat heute Vertreter deutscher Unternehmen zu Gast. Bild: EPA

Vertreter von Volkswagen, der Metro, Siemens, BASF, Uniper und anderen deutschen Unternehmen treffen den russischen Präsidenten. Ist das klug in diesen Zeiten?

          Eine ranghohe Delegation von deutschen Unternehmensvertretern hat den russischen Präsidenten Wladimir Putin getroffen. Putin gab sich in der Eröffnungsansprache zuversichtlich und sagte, er hoffe, dass sich die Geschäftsbeziehungen im Angesicht des schwierigen internationalen Umfelds gut weiterentwickelten. Das nahm der deutsche Delegationsleiter Wolfgang Büchele auf und erklärte, Russland und Deutschland seien wieder auf dem richtigen Weg.

          Das jährliche Treffen zwischen den Unternehmensvertretern und der russischen Regierung hat Tradition und wird vom Ostausschuss der deutschen Wirtschaft organisiert. Deutschland ist ein wichtiger Investor in Russland und rund 5000 deutsche Unternehmen unterhalten dort Niederlassungen und Produktionsstandorte.

          Die Gespräche fanden bis 2013 im Rahmen der deutsch-russischen Regierungskonsultationen statt. Nach der völkerrechtswidrigen Annexion der ukrainischen Halbinsel Krim im Jahr 2014 wurden die Gespräche auf Regierungsebene eingestellt, die Unternehmen wollten den Austausch mit dem Kreml jedoch weiterführen.

          Russlands Tonfall hat sich geändert

          Dies führte zu starker Kritik. Manager, die Russland besuchten, wurden öffentlich kritisiert. Ein Aufschrei ging beispielsweise durch die deutsche Öffentlichkeit, als Siemens-Chef Joe Kaeser kurz nach der Eroberung der Krim durch russische Truppen nach Moskau reiste und Putin zu den Olympischen Spielen in Sotschi gratulierte, die ein „Triumph“ für das Land gewesen seien. Doch in den vergangenen Jahren hat sich die Kritik gelegt und die Situation entspannt.

          Am diesjährigen Treffen nahmen unter anderem Volkswagen, Metro, Siemens, BASF und Uniper teil. Auch Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) hat Wladimir Putin in der Zwischenzeit besucht und ihn in Berlin empfangen. Vor wenigen Wochen bekräftigte Bundeswirtschaftsminister Peter Altmaier (CDU) in Moskau die neue Devise: „Wir müssen um die gegenseitigen Beziehungen kämpfen“, denn nur wenn man rede, könne man Probleme lösen.

          Die russische Tonart hat sich gegenüber Europa ebenfalls verändert. Moskau ist zwar noch immer erbost über die Sanktionen der Europäer; doch die Regierung hat gemerkt, dass das Land ohne den wichtigsten Handelspartner wirtschaftlich nicht aus der Krise kommt. Die Versuche, sich nach der Krim-Annexion und den darauffolgenden Sanktionen neu zu orientieren, sind gescheitert.

          Alternative China?

          Präsident Putin wollte den westlichen Staaten zeigen, dass es auch ohne sie geht und hat sich stärker an China angelehnt. Doch so einfach, wie sich Moskau diese Partnerschaft mit der aufstrebenden Weltwirtschaftsmacht vorgestellt hat, ist es nicht. Die Chinesen tätigen Investitionen nicht aus Freundschaft oder geopolitischen Befindlichkeiten, sondern aus Geschäftsinteressen. Außer als Rohstoff- und Waffenlieferant hat Russland derzeit nicht viel für Peking zu bieten.

          Da die Geschäfte mit dem großen Nachbarn im Osten schleppend verlaufen und die Amerikaner Russland im besten Fall links liegen lassen, richtet sich das russische Interesse wieder verstärkt auf Europa. Davon profitiert auch der deutsch-russische Handel, der sich bis zum Sommer 2016 fast halbierte.

          Doch seither geht es wieder aufwärts. Im vergangenen Jahr kletterten die deutschen Exporte nach Russland um 20,2 Prozent auf 25,9 Milliarden Euro, und die russischen Exporte stiegen um 18,7 Prozent auf 31,4 Milliarden Euro. In den ersten acht Monaten 2018 hat sich diese Entwicklung etwas verlangsamt.

          Nach Angaben des Statistischen Bundesamts ist der Handel im Vergleich zum Vorjahr um 8 Prozent auf 40 Milliarden Euro gestiegen. Die russischen Exporte legten dank höherer Erdölpreise um 13 Prozent und damit besonders stark zu. Die deutschen Exporte konnten dagegen nur leicht um 2 Prozent zulegen.

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