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Mehr Eingriffe in den Markt : Warum der Staat die hohen Mieten bekämpfen sollte

  • -Aktualisiert am

Diese demonstrierenden Hochhäuser wollen mehr Staat. An der Börse ist das Thema Mietendeckel in Berlin auch angekommen. Bild: dpa

Immobilienmärkte funktionieren anders als Lehrbuchmodelle. Eingriffe in den Mietmarkt sind weniger schädlich, als oft behauptet. Gefragt ist ein intelligenter Mix der Instrumente, meint ein Ökonom im Gastbeitrag.

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          Kaum ein wirtschaftspolitisches Thema hat in jüngster Zeit so fundamentalen Streit entfacht wie die Wohnungsmarktpolitik. Auf der einen Seite stehen Bürgerinitiativen und linke Politiker, die nicht nur eine weitere Verschärfung von Mietobergrenzen wollen, sondern auch die Verstaatlichung börsennotierter Wohnungsbauunternehmen fordern.

          Auf der anderen Seite stehen Vertreter nicht nur der Immobilienindustrie, sondern auch des Ökonomen-Establishments: Im Vorjahr veröffentlichte der Wissenschaftliche Beirat beim Bundeswirtschaftsministerium ein Gutachten zum Wohnungsbau, in dem Eingriffe in den Wohnungsmarkt wie die Mietpreisbremse scharf kritisiert und stattdessen ein weiterer Rückzug des Staates aus dem sozialen Wohnungsbau empfohlen wurden. Und jüngst schockierten die Forderungen des Juso-Vorsitzenden Kevin Kühnert nach Vergesellschaftung von Wohnraum die deutsche Ökonomen-Zunft derart, dass sich mehr als 50 Professoren zu einem Aufruf genötigt sahen, den Enteignungs-Artikel 15 aus dem Grundgesetz zu streichen und durch eine Verpflichtung zur sozialen Marktwirtschaft zu ersetzen.

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