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Gesetz für Zeitarbeit : Und plötzlich ist die gut bezahlte Stelle futsch

Befristetes Engagement: Stellenausschreibungen auf einer Zeitarbeitsmesse. Bild: dpa

Zeitarbeiter dürfen jetzt nur noch 18 Monate im selben Betrieb sein. Das sollte sie schützen. Betroffene sagen: Das Gegenteil ist passiert.

          3 Min.

          Michael Weide würde gerne endlich irgendwo ankommen. Als er vor gut zwei Jahren als Zeitarbeiter in einem Chemieunternehmen in Düsseldorf eingesetzt wurde, dachte er: Hier könnte es klappen. Mit Hilfe von Youtube-Videos brachte er sich nach Feierabend selbst bei, wie man Office-Dokumente, zum Beispiel Arbeitsanweisungen, in Google-Formate überträgt. Der 51-Jährige hoffte, übernommen zu werden, wenn er seine Arbeit richtig gut machte. Und tatsächlich schien das Unternehmen mit ihm zufrieden zu sein, immer wieder wurde sein Vertrag verlängert. Dann aber war der Einsatz plötzlich doch vorbei – nicht, weil der 51-Jährige keine gute Arbeit geleistet hätte, sondern weil das Gesetz es so will.

          Britta Beeger

          Redakteurin in der Wirtschaft.

          Seit dem 1. April 2017 dürfen Zeitarbeitskräfte nur noch bis zu 18 Monate am Stück im selben Betrieb arbeiten, es sei denn, ein Tarifvertrag regelt etwas anderes. So hat es die große Koalition beschlossen, forciert insbesondere durch die frühere Arbeitsministerin und heutige SPD-Fraktionsvorsitzende Andrea Nahles. Die Idee dahinter war, Zeitarbeiter vor Ausbeutung sowie die Arbeitsplätze der Stammbeschäftigten zu schützen.

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