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Innovationen und Wachstum : Chinas große Forschungsmission

  • -Aktualisiert am

An Chinas forschungspolitischem Handeln sollte sich Europa kein Beispiel nehmen. Bild: Tresckow Illustration

Wie kaum ein anderes Land investiert China in Forschung und Entwicklung – mit scheinbar beachtlichem Erfolg. Doch Europa sollte sich nicht an Pekings Kurs orientieren.

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          Geht es nach der chinesischen Führung, dann steigt die Volksrepublik schon bald zum Innovationsweltmeister auf. Schon im Jahr 2035 soll China zu den innovativsten Ländern weltweit zählen und sich bis 2050 als wissenschaftliche und technologische Weltmacht etablieren. Im globalen Vergleich scheint die chinesische Volkswirtschaft bereits gut aufgestellt. China trägt etwa ein Viertel zu den globalen Investitionen in Forschung und Entwicklung (FuE) bei und ist damit fast gleichauf mit den Vereinigten Staaten. Im Verhältnis zum Bruttoinlandsprodukt (BIP) liegen Chinas FuE-Ausgaben mit 2,1 Prozent über dem EU-Durchschnitt. Chinesische Erfinder machten zuletzt rund 62 Prozent nationaler Patentanmeldungen weltweit aus und gingen im Jahr 2019 auch bei den höherwertigen internationalen Patentanmeldungen in Führung. Anders als andere große Industrienationen wird Chinas Wirtschaft auch im Pandemie-Jahr 2020 wachsen und weiterhin verstärkt in Forschung und Entwicklung investieren. Diese Zahlen werfen die Frage auf: Inwieweit sollten sich auch Deutschland und Europa die chinesische Innovationspolitik zum Vorbild nehmen?

          Forschung und Innovation gelten zwar als wichtige Treiber für wirtschaftliches Wachstum und Wohlstand, doch die Höhe der Investitionen allein macht noch nicht den Unterschied. In vielen entwickelten Volkswirtschaften wird trotz stetig steigender Forschungsausgaben aber bestenfalls ein stagnierendes Wirtschaftswachstum beobachtet. Das legt den Schluss nahe, dass die Produktivität von Forschung und Entwicklung in den letzten Jahrzehnten abgenommen hat. Zwei Entwicklungen werden in der Regel zur Begründung genannt: Zum einen werden Technologien immer komplexer, zum anderen die Forschungsprogramme immer anspruchsvoller.

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