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Asien-Konferenz : China ist nicht alles

  • -Aktualisiert am

Eine chinesische und eine deutsche Flagge Bild: dpa

Das Reich der Mitte kommt besser durch die Corona-Krise als andere Länder. Das hilft der deutschen Wirtschaft. Aber die Hoffnungen für die Zukunft liegen auch auf anderen Ländern.

          2 Min.

          Es ist ein Befund, der nicht jedem gefällt: Dass die deutsche Wirtschaft sich trotz der wachsenden Corona-Infektionszahlen noch einigermaßen gut schlägt, in diesem Jahr nach der Prognose der führenden Wirtschaftsforschungsinstitute sogar „nur“ um 5,4 Prozent schrumpfen soll, führen Ökonomen vor allem auf China zurück. Weil die Führung in Peking mit ihrem rigiden Vorgehen die Ausbreitung des Virus schneller stoppen konnte als westliche Länder, läuft die Wirtschaft dort inzwischen wieder besser. Und damit auch die Nachfrage nach deutschen Autos, Maschinen und weiteren Produkten.

          Julia Löhr
          Wirtschaftskorrespondentin in Berlin.

          „Es ist in der Tat so, dass die Staaten und Länder, die die Corona-Krise besonders konsequent bekämpft haben, auch als Erste wieder wirtschaftlich auf die Beine kommen“, sagte Bundeswirtschaftsminister Peter Altmaier (CDU) am Montag auf der Asien-Pazifik-Konferenz (APK) der deutsche Wirtschaft, die Corona-bedingt nicht in Tokio, sondern im Haus der deutschen Wirtschaft in Berlin und online stattfand. „Wir müssen zeigen, dass wir genauso effektiv die Corona-Krise bekämpfen können“, mahnte er und forderte unter anderem bundeseinheitliche Bußgelder bei Verstößen gegen die Maskenpflicht, wie sie auch der bayerische Ministerpräsident Markus Söder (CSU) gerne hätte.

          Vietnam und Indonesien sind wichtige Alternativen

          Chinas Wirtschaft ist im dritten Quartal um  4,9 Prozent gewachsen. Das ist zwar weniger als erwartet – aber sie wächst. Joe Kaeser, der Noch-Siemens-Vorstandsvorsitzende und Leiter des Asien-Pazifik-Ausschusses, betonte am Montag aber auch: „Asien ist nicht nur China, das wird oft vergessen.“ Kaeser nannte vor allem Vietnam und Indonesien als wichtige Alternativen für deutsche Unternehmen. „Viele multinationale Unternehmen haben sehr viel investiert in Vietnam“, sagte er. Man könne „relativ zügig“ in das Land ausweichen. Indien sei das bald wohl bevölkerungsreichste Land der Erde, Indonesien habe unter seinen 300 Millionen Einwohnern eine wachsende Mittelschicht.

          Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) machte in einem kurzen Grußwort deutlich, sie sehe großes Potenzial in den Wirtschaftsbeziehungen mit asiatischen Ländern. Wichtig seien aber Gleichbehandlung und Transparenz. 

          „Die deutsche Politik steht zur Globalisierung“, sagte Wirtschaftsminister Altmaier, aber zugleich auch: „Wir wollen unsere Lieferketten diversifizieren.“ Ob Medikamente, Masken oder Beatmungsgeräte: Gleich zu Beginn der Corona-Krise hatte die Bundesregierung die Devise ausgegeben, dass mehr dieser Produkte künftig aus Europa stammen sollten, um Liefer- und Qualitätsprobleme wie im März zu vermeiden. Eine „stärkere Resilienz“ für künftige Krisen müsse Deutschland aufbauen, sagte Altmaier. Gute Wirtschaftsbeziehungen zu einer Vielzahl von asiatischen Ländern seien aber nicht als Abkehr von China zu verstehen.

          Was die Diskussion über das  Lieferkettengesetz betrifft, das deutsche Unternehmen für die Einhaltung von bestimmten Standards bei ihren Zulieferern in die Pflicht nehmen soll, sagte Kaeser: „Ich würde ein Lieferkettengesetz begrüßen, das praktikabel ist.“ Altmaier hielt sich bedeckt, wie und wann die gegenwärtigen Meinungsverschiedenheiten zwischen Wirtschafts-, Arbeits- und Entwicklungshilfeministerium gelöst werden sollen. Es brauche eine „vernünftige Lösung auf Basis des Koalitionsvertrags“, sagte er.

          Siemens-Chef Kaeser mahnte eine energischere EU-Außenhandelspolitik an, weil weder die Vereinigten Staaten noch China an dem europäischen Markt vorbeikämen. Um ihren Einfluss geltend zu machen, müsse die EU aber ihre Kräfte bündeln.

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